Der Coburger Stadtrat kommt am Dienstag, 27. November, zu einer Sondersitzung zusammen. Jürgen König vom Staatlichen Bauamt Bamberg wird zum einen über den aktuellen Planungsstand für die Generalsanierung des Landestheaters informieren. Zum anderen werden Oberbürgermeister Norbert Tessmer sowie die drei Vertreter der Globe Coburg GmbH, Michael Stoschek (Brose), Tina-Maria Vlantoussi-Kaeser (Kaeser) und Klaus-Jürgen Heitmann (HUK Coburg), über den aktuellen Sachstand in Sachen "Globe" berichten. Die öffentliche Sitzung beginnt um 14 Uhr im Rathaussaal.

Rund und multifunktional

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Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs soll bis 2021 eine runde multifunktionale Veranstaltungshalle mit Nebengebäuden entstehen. Zunächst soll sie während der Generalsanierung des Landestheaters als Ausweichspielstätte dienen. Später kann das "Globe" für die unterschiedlichsten Veranstaltungen genutzt werden: Konzerte, Messen, Ausstellungen oder Tagungen.

Das Ausschreibungsverfahren hat inzwischen begonnen. Details sind auf der Vergabe-Seite der Stadt Coburg im Internet zu erfahren, wo ein "Büro für die Gesamtobjektüberwachung/-betreuung der Bauarbeiten" für die Errichtung "einer dauerhaften Kulturstätte in Form eines Globe (Rundbau)" gesucht wird. Voraussetzung sei, dass der Bewerber Erfahrungen in der Gesamtobjektüberwachung von Baumaßnahmen ähnlicher Größe vorweisen kann. Zu den Mindestanforderungen gehört aber auch Erfahrung mit Bühne, Beleuchtung, Akustik und der technischen Ausrüstung einer Versammlungsstätte.

Aus den Bewerbern werden drei ausgewählt, die Anfang 2019 Angebote abgeben sollen. Im Februar und März 2019 sollen die Bewerbungen präsentiert und die Aufträge vergeben werden. Voraussichtlicher Baubeginn soll im Juli 2019 sein, die Fertigstellung und Inbetriebnahme im August 2021, wie es im Ausschreibungstext heißt.

Todd verteidigt Konstruktion

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Indessen hat sich der englische Stararchitekt Andrew Todd zu Wort gemeldet. Sein elisabethanisches Theater bei Schloss Hardelot in Frankreich diente als Inspiration für das geplante Globe in Coburg. Im Juli hatte Todd bei einem Vortrag an der Hochschule einen eigenen Entwurf für ein Rundtheater am Coburger Güterbahnhof präsentiert. Unter anderem beschrieb er in seinem Vortrag ein Belüftungs- und Heizungssystem, das nur durch Sonneneinstrahlung und raffinierte Belüftungskanäle funktionieren sollte.

Im Rahmen einer Veranstaltung vergangene Woche hatte der österreichische Forst- und Betriebswirt, Holz-Unternehmer und Autor, Erwin Thoma, diesem Entwurf eine sehr schlechte Energiebilanz attestiert. Das rief am Montag wiederum Todd auf den Plan, der sich gegen diesen Vorwurf vehement wehrte. Wie Todd bei dieser Gelegenheit mitteilte, wird er am Wochenende eine Gastprofessur an der Hochschule Coburg antreten.

Zum Zuge kommen wird Todds Entwurf aber nicht: Das hatte Michael Stoschek in Hintergrundgesprächen wiederholt klargestellt. Wie innovativ und nachhaltig die Konstruktion des Globe Coburg ausfällt, wird heute vermutlich auch Thema im Stadtrat sein.