Mit Spannung wurde der Termin erwartet. Zu einer Entscheidung kam es gestern am Verwaltungsgericht in Bayreuth nicht in der Frage, ob Schuh Mücke in Rödental nun auf kleiner oder großer Fläche Schuhe anbieten darf.

Trotzdem hat sich in der Sache etwas getan. Das zeigt schon die Tatsache, dass für die Prozessgegner eine gemeinsame Erklärung herausgegeben wurde. Die kam von der Stadt Coburg. Zur Erinnerung: Geklagt hatten die Städte Coburg und Neustadt gegen den Freistaat Bayern, der im Zielabweichungsbescheid eine Verkaufsfläche von 1200 Quadratmetern für Schuhe für zulässig erklärt hatte. Nun teilt die Stadt Coburg mit: "Eine Entscheidung wurde am Gerichtstermin noch nicht verkündet.

Die anwesenden Vertreter der Stadt Coburg mit Zweiter Bürgermeisterin Birgit Weber (CSU), der Stadt Neustadt bei Coburg mit Referatsleiterin Gabriele Amend und der Stadt Rödental mit Bürgermeister Marco Steiner (FW) haben sich noch im Gerichtssaal darauf verständigt, die nächsten Wochen nutzen zu wollen, um die bestehenden Differenzen zur Entwicklung im Einzelhandel außergerichtlich und einvernehmlich beizulegen. Sollte dies nicht gelingen, wird das Gericht im März 2015 die Entscheidung verkünden. Gegen die Entscheidung des VG Bayreuth könnten dann weitere Rechtsmittel ausgeschöpft werden."

Das dürfte auch zu erwarten sein. Der Freistaat wäre wohl kaum geneigt hinzunehmen, dass ihm eine Kommune den Beschluss eines Ministeriums so einfach kippt. Umgekehrt wäre damit zu rechnen, dass die klagenden Städte ihr Ziel weiter verfolgen würden, Mücke bis zu 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche für Schuhe zu verweigern.

Die Mitteilung der Stadt endet mit der Hoffnung auf Einigung außerhalb des Gerichtssaales: "Das Ziel beider Parteien ist es jedoch, eine einvernehmliche Lösung für alle aktuell laufenden Rechtsstreitigkeiten zu finden und diese auch für die Zukunft zu vermeiden, um gemeinsam an einer positiven Entwicklung der Region zu arbeiten."
Gemeint ist damit die Klage der Stadt Rödental gegen die Ansiedlung des Media Marktes im Gewerbegebiet auf der Lauterer Höhe. Damit ist nämlich der Abzug des Marktes aus dem Gewerbegebiet Oeslau West in Rödental verbunden. Für die drei Städte heißt es nun einen Weg zu finden, mit dem alle drei zufrieden sein können. Alternativ müssten sie wohl in Kauf nehmen, dass sie sich gegenseitig in der Entwicklung bremsen.