Richard H. ist Krebspatient. Seit vielen Jahren kämpft er gegen seine Erkrankung, doch im Verlauf der Krankheit kamen immer weitere Einschränkungen und neue Diagnosen hinzu. Mittlerweile verbringt er seinen Tag überwiegend im Bett und auch das Sprechen fällt ihm schwer. Ge-genüber seiner Familie äußerte er aber immer wieder den Wunsch, dass er mit seiner Frau zusammen doch so gerne noch einmal einen Urlaub am Meer gemacht hätte. Mit diesem Anliegen kamen die Angehörigen von Richard H. auf die Projektleitung des Wünschewagen Franken zu. Mit der Durchführung der Wunscherfüllung wurde der ASB Coburg Land beauftragt, welcher als einer von neun ASB-Verbänden den Wünschewagen Franken betreibt. Zwischen Wunschanfrage, Erstbesuch beim Fahrgast, Organisation der Reise und letztendlich der Durchführung vergingen nicht einmal zwei Wochen.

An einem Morgen bei blauem Himmel und Sonnenschein stand dann schließlich der Wünschewagen Franken mit drei ehrenamtlichen Betreuern bei Richard H. im Landkreis Coburg vor der Türe. Als Ziel wurde Graal-Müritz an der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern ausgewählt. Mit dabei waren eine Pflegefachkraft und eine Betreuungskraft des ASB Coburg Land sowie ein Sanitäter des ASB Kronach. Kurz nach 8.30 Uhr war Richard H. mit seiner Frau Doris H. bereits im Wünschewagen und die Reise begann. Nach mehreren Pausen und Staus kam die Gruppe nach rund zehn Stunden Reisezeit am Ziel an. In Graal-Müritz stellte eine Pflegeeinrichtung des dortigen ASB-Verbands Unterkunft und Verpflegung für den Fahrgast sowie die ehrenamtlichen Betreuungskräfte.

An der Düne angekommen

Nach einer kurzen Stärkung aller Beteiligten ging es zum eigentlichen Ziel der Reise weiter, nämlich zum Strand. Dieser war mit dem Rollstuhl in wenigen Minuten zu erreichen. Allen Beteiligten pochte das Herz, als sie an der Düne angekommen waren. Da war es, das Meer. Wunderschön der Anblick. Die Wellen brachen sich am Strand, die Sonne stand tief, es roch nach Meer und alle waren ergriffen von dem Moment. Es war geschafft. Der letzte Wunsch von Richard konnte erfüllt werden. Richard genoss den Ausblick, welcher sich ihm bot. Still und in sich gekehrt mit einer Zigarette in der Hand, saß er da und sah den Wellen zu. Doris stand neben ihm und war ebenso sprachlos. Die Betreuer des ASB ließen den beiden Zeit für sich, bis es merklich abkühlte und alle zurück in die Unterkunft gingen. Am folgenden Morgen bot sich ein unglaublicher Anblick mit einer fast ruhigen See und einem blauen Himmel mit ganz besonderen Wolken, welche aussahen wie Engelsflügel. Nach einem Kaffee am Strand und einem Mittagessen in der ASB-Unterkunft machte sich das Team des Wünschewagens mit seinen Gästen auf den Rückweg. Gegen 22 Uhr war der Landkreis Coburg erreicht und die Wunscherfüllung ging zu Ende.

Helfer sind immer gesucht

Das Projekt Wünschewagen des ASB ist rein ehrenamtlich. Um die Wünsche aller Fahrgäste kostenfrei zu erfüllen, ist eine finanzielle Unterstützung jederzeit willkommen. Hieraus werden neben den Wünschen der Fahrgäste auch die Anschaffung und Ausstattung der Fahrzeuge sowie Schulungen und Weiterbildung der ehrenamtlichen Kräfte finanziert, die sich während der Wunschfahrt um das Wohl der Fahrgäste kümmern. Die verantwortungsvolle, ethisch und psychologisch anspruchsvolle Betreuung von schwerstkranken Menschen stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten dar. Der ASB sucht hierfür stets ehrenamtliche Helfer aus den Bereichen Gesundheit, Pflege, Rettungsdienst oder Psychologie. red