Die Betreuungsplätze sind begehrt: Vor allem bei der der Mittagsbetreuung von Grundschülern vermelden fast alle Schulen steigende Zahlen. Das gab gestern Kerstin Lindenlaub im Kultur- und Schulsenat bekannt.

Für die Mittagsbetreuung an Grundschulen sind in diesem Schuljahr 33 Gruppen gemeldet - sechs mehr als im Vorjahr. Vor allem die großen Grundschulen bieten unterschiedliche Betreuungszeiten an - von Schulschluss bis 14, 16 oder 17 Uhr. Lediglich in der Lutherschule wird die Mittagsbetreuung sinkt die Nachfrage: Hier wird es in diesem Schuljahr nur noch zwei Gruppen geben statt bisher drei.

Je nach Betreuungszeit fällt der städtische Zuschuss unterschiedlich hoch aus, von 1790 Euro pro Schuljahr für eine Betreuungszeit bis 14 Uhr bis 3323 Euro, wenn die Kinder bis 17 Uhr betreut werden. Unterm Strich sind es 94 329 Euro, die die Stadt in diesem Schuljahr für die Betreuung an Grundschulen aufbringen wird.

Für die weiterführenden Schulen kommen noch einmal 85 000 Euro hinzu. Dort heißt das Angebotnicht "Mittagsbetreuung" sondern "offene Ganztagsschule". Hier werden die Schüler klassenübergreifend betreut; angeboten werden insgesamt 17 Gruppen in allen vier Gymnasien, der Realschule Coburg I und der Heiligkreuz-Mittelschule.

In der gebundenen Ganztagsschule bleiben die einzelnen Klassen zusammen und haben auch einen eigenen Stundenplan. Von den Gymnasien bietet lediglich das Ernestinum zwei gebundene Klassen an; in der Melchior-Franck- und der Heimatringschule sind es jeweils vier Klassen, in der Rückert-Mittelschule fünf Klassen. Die Stadt bezuschusst diese gebundenen Ganztagsklassen mit insgesamt 75 000 Euro.

Woanders sparen

Insgesamt sind es also über 254 000 Euro, die die Stadt für die Schülerbetreuung aufbringt. "Die Nachfrage ist so stark", kommentierte Klaus Anderlik die Zahlen, der Leiter des Schul- und Kulturamts. Vor allem bei der Mittagsbetreuung sei ein "kolossaler Anstieg" zu verzeichnen; die Stadt müsse versuchen, die Kostensteigerungen an anderer Stelle aufzufangen. Den weitaus größeren Kostenanteil für die Schülerbetreuung trägt der Freistaat Bayern. Allein für die Gruppen in der offenen Ganztagsschulen werden 434 000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Stadt leistet bei der offenen und gebundenen Ganztagsschule einen Pauschalzuschuss von 5000 Euro je Gruppe.

In etwa diesem Rahmen wird sich auch der städtische Kostenanteil für das Berufsintegrationsjahr und die Vorklasse bewegen, schätzt die Verwaltung. Beim der Berufsintegrationsklasse handelt es sich um ein Angebot für Jugendliche ohne Schulabschluss, die keinen Ausbildungsplatz haben. Sie sollen in diesem Jahr an der Berufsschule ausbildungsfähig gemacht werden. Bei sechs der 17 Teilnehmer im vorigen Schuljahr sei das gelungen, berichtete Schulleiter Anton Staudigl. Ein weiterer Teilnehmer habe eine Lehrstelle in Aussicht. Sieben Schüler verließen die Klasse vorzeitig aus unterschiedlichen Gründen, drei weitere kamen nicht zum angestrebten Erfolg.

"Eine dolle Quote", murmelte Stadtratsmitglied Hans-Herbert Hartan (CSU) angesichts dieser Zahlen. Gleichwohl schloss er sich der Ansicht von Martina Benzel-Weyh (Grüne) an, dass es "um jeden gut sei, der es geschafft hat".

Schule für junge Flüchtlinge

Das Berufsintegrationsjahr wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Dieser Zuschuss dürfte im laufenden Schuljahr letztmals fließen, weil dann die Förderperiode endet. 34500 Euro kann die Stadt dafür erwarten; sie selbst muss pro Schüler rund 750 Euro dazu geben. 16 Schüler aus Stadt und Lankreis haben sich bereits für das Berufsintegrationsjahr angemeldet, obwohl "es niemanden mehr ohne Ausbildungsplatz geben sollte", wie sich Anton Staudigl wunderte.

Jugendliche Flüchtlinge, die zu alt für eine der Regelschulen sind, sollen ebenfalls in der Berufsschule unterkommen. Per Sofortentscheidung durch Oberbürgermeister Norbert Tessmer (SPD) wurden die entsprechenden Zuschüsse (bis zu 37.500 Euro) beantragt. Das ganze nennt sich "Vorklasse Berufsintegrationsjahr (Flüchtlinge).

Die jungen Migranten sollen vor allem die deutsche Sprache lernen; die Berufsschule habe sich hier Utnersützung bei der VHS geholt, die eine Lehrkraft für "Deutsch als Zweitsprache" vermittelte, berichtete Staudigl. Derzeit bezsuchen zwölf Jugendliche die Vorklasse; weil die Stadt ab November auch unbegleitete jugendliche Flüchtlinge aufnehmen muss, dürfte die Klasse in den nächsten Wochen noch wachsen.