Marta Hammer-Mathiebe gehört zu den eher stillen Wohltäterinnen Coburgs. So hat sie vor vier Jahren über 50 000 Euro aus ihrem Vermögen der gemeinnützigen Stiftung "Hilfe für Nachbarn" übertragen, die von der Sparkasse Coburg-Lichtenfels verwaltet wird. Am Sonntag ist die überzeugte Wahl-Coburgerin 95 Jahre alt geworden. Die Glückwünsche der Stadt Coburg und der katholischen Pfarrgemeinde St. Augustin überbrachten Zweite Bürgermeisterin Birgit Weber und Kirchenpfleger Hellmut Kollo.

Das Licht der Welt erblickte die Westpreußin am 9. September 1923 in Neuteich (polnisch: Nowy Staw) als erstes von vier Kindern von Magdalena und August Fischer. 1943 begann sie im ostpreußischen Allenstein (Losztyn) eine Ausbildung zur Krankenschwester, die sie nach der Flucht im Marienkrankenhaus in Hamburg 1945 abschloss. Bis 1952 arbeitete die Altersjubilarin an verschiedenen Krankenhäusern. 1954 heiratete sie Benno Hammer und zog in den heutigen Rödentaler Stadtteil Oeslau.

Marta Hammer-Mathiebe begann 1956 ihre Tätigkeit beim heutigen Klinikum Coburg, in diesem jahr war ihr Mann gestorben. 1957 holte sie ihre Eltern aus der damaligen DDR ins Coburger Land. Mit den Eltern bezog sie 1966 ein eigenes Haus im heutigen Rödentaler Stadtteil Mönchröden.

1971 heiratete sie ein zweites Mal. Sie zog nach Coburg. Leider musste sie aber 1977 auch von ihrem zweiten Ehemann Kurt Mathiebe Abschied nehmen. Eine späte Liebe verband sie mit Georg Müller, der 2014 starb.

Marta Hammer-Mathiebe arbeitete bis 1983 am damaligen Landkrankenhaus. Seit 1998 bewohnt sie ihre eigene Wohnung in Coburger Stadtteil Wüstenahorn. "Einen so hohen Geburtstag zu feiern, bedeutet , eine gedankliche Reise in die Vergangenheit", zitierte Bürgermeisterin Weber aus dem Glückwunschschreiben von Oberbürgermeister Norbert Tessmer. Marta Hammer-Mathiebe genießt in körperlicher und geistiger Frische ihr Leben in den eigenen vier Wänden. "Ich habe nie daran gedacht, 95 Jahre alt zu werden", sagte sie am Sonntag mit einem spitzbübischen Lächeln.