Hans Michelbach strahlt. Schon die erste Prognose nach Schließung der Wahllokale zeigte wenige Minuten nach 18 Uhr einen fulminanten Wahlerfolg der Unionsparteien bei der Bundestagswahl an. Sieg bei der Landtagswahl, Sieg bei der Bundestagswahl, da fehlte nur noch die erfolgreiche Verteidigung von Michelbachs Direktmandat. Doch da ließen die Ergebnisse auf sich warten.

So konzentrierte sich der Jubel im Büro der CSU im Alfons-Goppel-Haus auf das Ergebnis im Bund. "In jedem Fall kann ohne uns nicht regiert werden!", war einer von Hans Michelbachs ersten Sätzen im aufbrandenden Beifall. Ein anderer lautete: "Es wird noch spannend!" Zu diesem Zeitpunkt fehlten der Union noch wenige Stimmen zu einer absoluten Mehrheit. Alle Augen richteten sich immer wieder auf den kleinen Bildschirm im Parteibüro. Schafft es die AfD über die Fünf-Prozent-Hürde oder nicht?


Banger Blick auf die AfD
"Die AfD könnte nützlich sein, wenn es um die Verhandlung um eine große Koalition geht", sagte Hans Michelbach da noch. Die Union wäre dann weniger erpressbar, wenn es eine Alternative zur SPD gäbe. "Eine große Koalition hätte für vier Jahre durchaus Vorteile, wenn es darum geht, etwas zu bewegen im Land", sagte Hans Michelbach mit Blick auf die oppositionelle Mehrheit im Bundesrat. Doch wenig später zeigte die Hochrechnung eine absolute Mehrheit der Union. Nun gingen die Blicke noch gespannter in Richtung der AfD. Zöge sie jetzt ein, das war allen klar, wäre es um die alleinige Regierung der Union geschehen. Dann müsste wieder nach einem Koalitionspartner gesucht werden.

AfD würde der aber gewiss nicht heißen, ginge es nach Hans Michelbach. "Ein Ausschluss der Schwachen aus der Eurozone ist nicht umsetzbar", steht für ihn fest. Ebenso ein kompletter Schuldenschnitt für Griechenland, denn: "dann wollen den alle anderen schwachen Länder auch." Noch immer stand nämlich nicht fest, wie das Ergebnis bei den Erststimmen aussehen würde. Es blieb spannend - vor allem weil die Ergebnisse für die Erststimmen im Landkreis Coburg lange auf sich warten ließen. Doch bald schon stand fest, dass Hans Michelbach im Nachbarlandkreis Kronach sein bisher bestes Ergebnis einfahren konnte.

Direktmandat verteidigt! Der Vorsprung war kaum noch einholbar für seinen direkten Konkurrenten Norbert Tessmer von der SPD. Und im Landkreis Coburg? Als endlich die Ergebnisse eintrudeln liegt der CSU-Mann auch hier überall vorne - sogar in der Stadt selbst, wo Norbert Tessmer im Vorfeld auch von Michelbach ein Vorsprung zugetraut worden war.

So hatte die CSU in Coburg Stadt und Land erneut allen Grund zum Feiern. Das sollte im Restaurant Rosengarten geschehen, "Dahin lade ich euch alle ein", rief Hans Michelbach seinen Parteifreunden zu, die in den vergangenen Wochen eifrig Wahlkampf für ihn geführt hatten. Dazu passend lag auf der Treppe im Alfons-Goppel-Haus die Bild-Zeitung mit der Schlagzeile "Prost Wahlzeit! Ab ins Lokal!"

Bei der Bundestagswahl 2009 hatte Hans Michelbach 48,4 Prozent der Erststimmen erreicht. In diesem Jahr waren es 50,1 Prozent.

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