Bekommt die Jugend Untersiemaus ein neues Zuhause? Bei der bestens besuchten Bürgerversammlung der Gemeinde im Saal des evangelischen Gemeindezentrums beklagte eine Gruppe junger Leute, dass sie keine öffentlichen Räume hätten, wohin sie in der Freizeit gehen könnten.

Bürgermeister Rolf Rosenbauer (CSU) verspricht, sich Gedanken über die Unterbringung zu machen. Unter Umständen könne er sich vorstellen, dass sich das alte Rathaus am Schlossteich mit dem ehemaligen Computerraum dafür eigne. Doch Näheres müsse in nächster Zeit noch abgeklärt werden.

Die Bereitstellung von Wohnungen für Flüchtlinge aus Krisengebieten sei, so Rosenbauer, nicht nur eine moralische Pflicht zur Hilfe, sondern auch eine besondere Herausforderung für den Landkreis Coburg. Acht bis zwölf Personen treffen jede Woche in der Region ein. In der Gemeinde sei der Wille zur Hilfe spürbar, stellt der Bürgermeister erfreut fest.

So seien neben diversen Möbelspenden auch bereits einige Wohnungen angeboten worden. Die Sachlage müsse noch vom Landkreis geprüft werden, so dass voraussichtlich im Januar die ersten Familien einziehen könnten. Rosenbauer bittet weiter mit der Bereitstellung von Wohnmöglichkeiten nicht nachzulassen.


Neben zahlreichen kleinen Anregungen der Besucher monierte eine Bürgerin aus dem Gemeindeteil Weißenbrunn am Forst den schlechten Anschluss durch Schulbusse an den Ort. Die Zubringer zu den weiterführenden Schulen in Coburg seien total überfüllt, so dass einer von zweien den Ort schon nicht mehr anfahre. Da die Kinder auch im zweiten Bus äußerst beengt transportiert würden, bat sie den Bürgermeister um Abhilfe. Der versprach, sich zu informieren.

Windkraft kein Thema

Angesprochen auf das Thema Windkraft, bestätigt Rosenbauer, dass die Strombeschaffung nicht so einfach sei. Doch ist er froh, in der Gemeinde "nicht so ein Ding" zu haben. Und Windkraft sei in der Gemeinde auch nicht vorgesehen, stellt er fest.

Noch vor den allgemeinen Themen hatte Rosenbauer und der Geschäftsführende Beamte Rolf Reisenweber das etwas mehr als halbe Jahr seit der Wahl Revue passieren lassen. Die Zeit sei recht hektisch gewesen, blicken sie zurück. Dass in diesem Jahr die Bürgerversammlung für alle Gemeindeteile zusammen durchgeführt werde, so der Bürgermeister, bedeute nicht dass dies in Zukunft immer so bleibe.

Der Finanzhaushalt stehe auf gesunden Füßen, betont Reisenweber. Nach einem verhältnismäßig guten Jahr konnte dem Vermögenshaushalt eine knappe Million zugeführt werden.

Die Verschuldung verhalte sich moderat. Doch Euphorie will Bürgermeister Rosenbauer nicht aufkommen lassen: "Wir haben in nächster Zeit einiges vor!" Bereits in Angriff genommen habe man Schulsportanlage und Fensteraustausch in der Schule sowie die Restaurierung des unteren Teils der Eselsbrücke in Meschenbach trotz Munitionsfunden in der Itz.

Nun stünden die Planungen für die Ortsdurchfahrt (CO28) sowie für einen Kreisverkehrsplatz am nordwestlichen Ortseingang von Untersiemau an.

Ein weiteres großes Vorhaben kündigte der Bürgermeister mit der Installation des schnellen Internets an. Dies soll die Haushalte aller Gemeindeteile in Zukunft mit mindestens 30 Mbit versorgen.