Am Begriff des "Kinder-Campus" hat Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) ein bisschen einen Narren gefressen."Aber er trifft auch die Sache auch am besten", betont das Gemeindeoberhaupt, während hinter ihm der große Bagger ein altes Wohn- und Geschäftshaus in der Hauptstraße abreißt. Dort soll er dann entstehen: Der "Kinder-Campus", die neue Kindergartenwelt in Ahorn mit zwei Gebäuden für insgesamt rund 130 Kinder.

90 Prozent Zuschuss


Die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung, den Bau von Kinderkrippen mit hohen Zuschüssen zu finanzieren, erleichtert das Projekt ungemein. "Wir bekommen 90 Prozent Zuschuss auf die Krippenplätze", erklärt Finzel. Weil mit der Neugestaltung des Geländes gleich neben dem Rathaus aber auch eine gewaltige Aufwertung des Ortskerns einher geht, darf die Gemeinde (sie bezahlt den Abriss des alten Gebäudes) zudem mit Mitteln aus der Städteförderung rechnen.

Und weil auch die Landeskirche zur Unterstützung der Gesamtkirchengemeinde Coburg (sie trägt den Neubau) einen nicht unerheblichen Anteil leistet, nickt der Bürgermeister mit zufriedenem Blick: "Wir haben eine elegante Finanzierung hinbekommen." Rund eine Million Euro werden der Neubau und die Umgestaltung des ehemaligen "Stehli"-Geländes mit Grünflächen und Parkplätzen kosten.

Zwei Häuser für 6,5 Gruppen


Der Zeitplan für den neuen zentralen Ahorner Kindergarten ist durchaus ehrgeizig: Bürgermeister Martin Finzel hat den Sommer 2013 als Termin für die Eröffnung des "Kinder-Campus" im Blick. Dafür müsse aber, das räumt er auch ein, das Wetter ein bisschen mitspielen.

Noch offen ist derzeit die Nutzung der alten Backstein-Scheune, die zwischen dem Rathaus und dem geplanten Neubau steht. Weil sie noch in einem guten Zustand ist, könnte sie bald als zentrales Gebäude für ein Nahwärmenetz in Frage kommen.

Dieses könnte, so stellt es sich Finzel vor, den "Kinder-Campus" und das Rathaus, vielleicht aber sogar noch einige der umliegenden Privatgebäude versorgen.

45 statt bisher 15 Krippenplätze


Wenn der Neubau im kommenden Jahr steht, kann die Gemeinde in Partnerschaft mit der evangelischen Kirchengemeinde 45 statt bisher 15 Krippenplätze anbieten. "Dann haben wir in diesem Punkt eine Vollversorgung", sagt der Bürgermeister.

Rechnerisch 6,5 Gruppen für Kinder im Alter zwischen null und sechs Jahren sollen dann in den beiden Gebäuden neben der Hauptstraße untergebracht sein. Martin Finzel blickt deshalb optimistisch in die Zukunft der Kommune: "Hier können wir flexibel auf die künftig Bevölkerungsentwicklung reagieren."