Die meisten Deutschen, ist sich Paul Ziemiak sicher, wünschen sich bayerische Zustände. "Sie möchten in ihren Bundesländern so leben wie die Menschen hier in Bayern." Der Bundesvorsitzende der Jungen Union (JU) tourt in diesen Tagen quer durch Deutschland und machte einen Abstecher in Neustadt. Dort wanderte er auf Einladung der Neustadter JU mit den Bezirks- und Landtagskandidaten Sebastian Straubel und Martin Mittag zum Gipfeltreffen hoch zur Arnoldhütte.

Ziemiak lobte in seiner Rede vor allem den Freistaat Bayern. Bayern schlecht zu reden, meinte er, sei ein ganz großer Fehler. Beispielsweise könne sich ein bundesweit einheitlicher Bildungsstandard nur am Vorbild Bayern orientieren. Der Freistaat Bayern müsse somit der "Benchmarkt" für alle Bundesländer sein.

Überhaupt zeigte sich Ziemiak von der bayerischen Politik begeistert: "Ich bin felsenfest überzeugt, dass die CSU in Bayern haushoch die Wahl gewinnen wird", so der JU-Bundesvorsitzende.

Ziemiak streifte kurz die Flüchtlingspolitik und er verteidigte in diesem Zusammenhang eine Obergrenze. Vor drei Jahren habe die JU auf dem Deutschlandtag in Hamburg hart mit dem Thema gerungen, denn eine Obergrenze sei unter den Mitgliedern durchaus umstritten gewesen. "Drei Jahre danach sage ich, es war richtig, dass wir uns Zeit genommen haben. Wir haben den besten Weg gefunden." In der Union CDU/CSU sieht er die einzige verbindende Volkspartei in Deutschland. "Ich bin überzeugt, dass Tradition, Glaube und Werte die Menschen zusammenbringt."

"Thema Rente ist wichtig"

Seinen Worten nach sind 90 Prozent der Bevölkerung weder "Harz-IV-Empfänger" noch Superreiche, deswegen erachtet er andere Themen als wichtiger als die Diskussion um diese Themen. Als Beispiel führte Ziemiak die Renten an. "Wie sicher ist die Rente? Das ist das Thema, über das wir uns Gedanken machen müssen." Ziemiak, selbst Vater, kritisierte die langen Wartezeiten bei der Auszahlung des Bundes-Elterngeldes. "Es ist kein Zustand, dass man auf die Auszahlung bis zu sechs Monate warten muss, es handelt sich schließlich um eine Lohnersatzleistung."

Nach der kurzen Rede des JU-Bundesvorsitzenden folgte eine kurze Talkrunde mit den Spitzenkandidaten: CSU-Landtagskandidat Martin Mittag sieht in der Gesundheitsvorsorge und in der Digitalisierung die künftigen Herausforderungen im ländlichen Raum, der Bezirkstagkandidat Sebastian Straubel ergänzte dies um die Mobilfunkversorgung.