Was treibt einen studierten Maschinenbauer an, sich mit Aktienkursen und Anlegestrategien zu beschäftigen? "Ich interessiere mich schon seit vielen Jahren für Wertpapiere und habe im Jahr 2000 auch selbst welche gekauft - obwohl ich völlig unerfahren war wie die meisten Leute", erzählt Peter Schubart. Dann platzte im Mai 2000 die Blase, viele Anleger verloren eine Menge Geld und damit auch die Lust am Aktienmarkt. Nicht so Peter Schubart. "Ich habe mich auch weiterhin für Wertpapiere interessiert."

Sein Wissen zieht er aus Büchern, zum Beispiel vom 1999 verstorbenen Börsen- und Finanzexperten André Kostolany, aus dem Handelsblatt und den Wirtschaftsnachrichten anderer Medien.
Die Erkenntnisse der zurückliegenden Jahre hat der Autor nun in einem 143 Seiten umfassenden Bändchen zusammengefasst. Die Idee dazu hatten er und sein Freund Carsten Rau Anfang 2011. "Er schlug mir vor, meine Erfahrungen weiterzugeben, in die Materie so einzudringen, dass ich sie auch selbst verstehe." Es sei eine Ingenieursarbeit gewesen, bei der es auch darum gehe, herauszufinden, wie ein System funktioniert.

Eine grundlegende Erkenntnis dabei: "Für das gewinnbringende Anlegen sind aktuelle Aktienkurse sekundär. Wichtiger ist es, den Zustand der Unternehmen, die wirtschaftliche Gesamtlage und die politische Situation ständig zu beobachten." Zum Beispiel Thyssen-Krupp. Dass dieses Unternehmen Probleme hatte, sei schon länger bekannt gewesen. "Da muss man sich die langfristige Perspektive anschauen." Mitte des Jahres hatte Peter Schubart noch Thyssen-Krupp-Aktien erworben, konnte sie aber noch rechtzeitig und mit Gewinn wieder verkaufen. "Viele Menschen interessieren sich für Aktien, wenn sie ins Gespräch kommen, also gestiegen sind." Dann sei es aber schon zu spät für den Kauf und die Chance gering, mit einem Plus herauszukommen.

Mit seinem Buch will Peter Schubart Einsteigerwissen vermitteln. Er erklärt Fachbegriffe und gibt seine Erkenntnisse über die Entwicklung der Märkte weiter. Diagramme machen vieles anschaulicher. Der Autor erläutert sie für alle, die Probleme mit dem Interpretieren von Zahlensträngen haben. Zur Auflockerung gibt es ein paar geflügelte Worte zum Thema Börse. Die Quintessenz: "Es ist ein Plädoyer für die Freiheit des ge regelten Marktes."

Erschienen ist das Bändchen im Eigenverlag, eine Leipziger Druckerei hat es gedruckt. Vom Börsenverein des deutschen Buchhandels kam das Angebot, sich an der Buchmesse im Oktober dieses Jahres zu beteiligen. Dieses Angebot nahm Peter Schubart an. Außerdem bewarb er sich um den Wirtschaftsbuchpreis. "Ich habe zwar nichts gewonnen - da haben richtige Koryphäen teilgenommen -, aber ich wurde zur Preisverleihung ins Kennedy-Haus in Frankfurt eingeladen." Dort konnte sich der Autor mit Experten austauschen. Für ihn ein besonderes Erlebnis: ein Gespräch mit Bert Rürup (ehemaliger Wirtschaftsweiser) .