Das war knapp. "Bis vor wenigen Tagen", sagt Bürgermeister Bernd Reisenweber (Bürgergemeinschaft), "war diese Großbaustelle unser Sorgenkind." Denn niemand konnte sagen, was mit den großen Kabelschächten - von denen man kaum mehr wusste, als das sie zur Bahn gehören - zu tun ist. Nur eines war klar: Einfach weiterbauen geht nicht. Deshalb ging zuletzt nicht besonders viel voran beim Ausbau der Bahnhofstraße und der Birkleite.
Aber jetzt ist das Okay der Bahn da. Die Schächte dürfen verfüllt werden. Die Nachricht kam genau rechtzeitig, denn noch ein paar Tage, erzählt Reisenweber, dann hätte die im Einsatz befindliche Firma den Bau einstellen müssen. Die Folgen für die nächsten der insgesamt vier Bauabschnitte will sich der Bürgermeister gar nicht ausmalen. Monate, da ist Reisenweber überzeugt, hätte das kosten können.
In der Gemeinde brauchen sie derzeit gute Nerven, was die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds angeht. Bernd Reisenweber spricht aus Erfahrung: "Bis man bei der Bahn endlich beim zuständigen Sachbearbeiter ankommt, kann das in manchen Fällen ewig dauern." Nur gut, dass Bernd Reisenweber den Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn für Bayern kennt. Erst ein Anruf bei Dieter Josel, der beim Bau der ICE-Neubaustrecke x-mal im Coburger Land war, brachte Schwung in den bahninternen Ablauf.



Ein Kiosk für die Bahnkunden

Jetzt ist der Bürgermeister überzeugt davon, dass der Zeitplan gehalten werden kann. Anfang kommenden Jahres sollen der Bahnhof und sein Umfeld komplett neu gestaltet sein. Rund 1,7 Millionen Euro dürfte das Gesamtpaket kosten, bei kräftiger Förderung aus verschiedenen Töpfen. Weil das Bahnhofsumfeld in das Förderprogramm "Stadtumbau West" fällt, waren detaillierte Absprachen mit der Regierung von Oberfranken von Nöten. Da gab es auch klare Vorgaben: "Dort", sagt der Bürgermeister und zeigt vom Bahnsteig aus auf die andere Straßenseite, "werden wir auf Vorschlag der Regierung einen Kiosk bauen." Wie dieser im gastronomisch schwer kriselnden Ebersdorf bewirtschaftet werden soll, muss nach Information des Bürgermeisters noch geklärt werden.
Ein paar Überraschungen, da ist sich der Bürgermeister sicher, wird es bis zum kommenden Jahr schon noch geben. Zuletzt musste die Gemeinde völlig überraschend die Kosten für die Versetzung von ein paar Bahnstrommasten tragen, weil der Sicherheitsabstand von sieben Metern bis zur nächsten Verkehrsfläche nicht gehalten werden konnte. Wären die Masten stehen geblieben, hätte es statt 39 nur 19 Parkplätze am Bahnhof gegeben.


Ein paar Quadratmeter noch

Bei einer Sache spekuliert Bernd Reisenweber noch auf einen Erfolg bei den Verhandlungen mit der Bahn. Liebend gerne würde der Bürgermeister noch einen weiteren Teil der Trasse der ehemaligen Steinachtalbahn direkt neben dem Bahnhofsgelände kaufen. Da könnte die Gemeinde dann den Lückenschluss vom Bahnhof weg Richtung Westen verwirklichen. Diese Idee geht Reisenweber nicht aus dem Kopf: "Dann hätten wir eine ebenerdige Verbindung von Frohnlach bis nach Friesendorf."