Die Begrüßung ist eine charmante Beleidigung. "Willkommen im Neandertal" singt Klaus Eberhartinger, der Frontmann der "Ersten Allgemeinen Verunsicherung", beim Gastspiel im barocken Schlosshof von Tambach. Doch echte EAV-Fans lassen sich nicht beleidigen, sondern singen lieber textsicher mit.
Denn sie wissen ganz genau: das genüssliche Spiel mit der Provokation, mit Ironie und Sarkasmus ist das Markenzeichen dieser anscheinend unverwüstlichen Band aus der Steiermark. Die Musiker lieben das Spiel mit der Mehrdeutigkeit - und lassen doch keinen Zweifel daran, was sie von rechtsradikalen politischen Ansichten, von Fremdenhass und Umweltfrevel halten - rein gar nichts.


"Bargeldlos durch die Nacht"

Sie beziehen unmissverständlich Position in ihren Texten, aber auch mit dem, das Klaus Eberhartinger als wortgewandter Conferencier erzählt. Auch nach vier Bühnenjahrzehnten fühlen sich die EAV-Mitglieder noch längst nicht als Rock-Rentner. Sie haben sich ihre musikalische Vitalität ungebrochen bewahrt. Mit Ironie und unverbrauchter Freunde an der Persiflage nehmen sie Schlagerstars wie Helene Fischers kalauernd ins Visier ("Bargeldlos durch die Nacht").


"BaBa-Banküberfall"

Für EAV-Fans, die sich noch an die Anfänge der 1977 gegründeten Band aus der Steiermark erinnern können, ist dieser Abend die reinste Hit-Parade mit Nostalgie-Prädikat. Von "Ba-Ba-Banküberfall" bis "Heiße Nächte in Palermo", von "Burli" bis "Tatü" ("Inspektor Max") - das Sextett um Frontmann Klaus Eberhartinger liefert den 1500 Fans im ausverkauften Schlosshof eine kurzweilige Show mit reichlich Wiedererkennungswert.

Musikalisch beherrscht das Sextett das Spiel mit der Ironie ebenso virtuos wie mit Worten. Wenig intellektuell veranlagte Staatschefs von Erdogan bis Trump nimmt sich Eberhartinger ebenso vor wie die Lederhosen-Zombies, die in Oktoberfest-Trachten-Folklore diverse Festivitäten bevölkern.


Reichlich Applaus

Wohltuend, dass das Sextett auf blanke Lärmgewitter verzichtet, sondern selbst dort, wo es musikalisch scheinbar martialisch wird, die Texte stets bestens verständlich bleiben. Das Publikum ist begeistert und spendet der gut zweistündigen Non-Stop-Darbietung reichlich Applaus.



So geht es weiter beim Tambacher Sommer

Freitag, 4. August Haindling, 20.30 Uhr, Schlosshof Tambach

Samstag, 5. August LaB ra ssBanda - 20.30 Uhr, Schlosshof Tambach

Tickets für den Tambacher Sommer gibt es in der Tageblatt-Geschäftsstelle