"Es ist das erste Mal, dass die Kommunalpolitik so in eine solche Planung eingebunden wird", lobt Meeders Bürgermeister Josef Brunner (SPD). Er war zusammen mit Landrat Michael Busch Mitglied des Preisgerichts, das die besten aus 15 eingereichten Entwürfen für eine Raststätte bei Drossenhausen gekürt hat. Am Mittwoch fielen die Entscheidungen. Seit gestern können die Pläne im Landratsamt angesehen werden.

"Es ist tatsächlich zum ersten Mal in Bayern wenn nicht bundesweit, dass eine Rastanlage in einem solchen Wettbewerb ausgeschrieben wird", bestätigt Gert Weißmantel von der Autobahndirektion Nordbayern. Er hätte nicht damit gerechnet, dass nach der Ausschreibung 28 Arbeiten eingehen. Weil immer Bürogemeinschaften aus Verkehrsplanern und Landschaftsplaner gebildet werden mussten, waren insgesamt 56 Büros aus Deutschland und Österreich an dem EU-weit ausgeschriebenen Projekt interessiert. 15 wurden im Losverfahren ausgewählt und reichten ihre Pläne anonym ein. "Die Jury kannte nur Nummern. Wir hatten keine Ahnung, wer sich dahinter verbirgt", erklärt Michael Busch. So konnte keiner der Preisrichter aus Ministerium, Autobahndirektion, Kommunalpolitik, ADAC, TH Deggendorf, und die beteiligten Landschaftsarchitekten in Versuchung kommen, etwa einen bekannten Planer oder einen regionalen Bewerber zu bevorzugen.



"Die wegen des geringeren Landverbrauchs nur einseitig geplante Rastanlage ist schwer zu planen", räumt Verkehrsplaner Stephan Blauth von der Autobahndirektion ein. Trotzdem wunderte sich Landrat Busch ein wenig, das ausgewiesene Verkehrsplaner Entwürfe vorgelegt hatten, bei denen ein Fahrzeug, dass einmal die Autobahn überquert hatte, nicht wieder zurückgekommen wäre, sondern nach dem Besuch der Tankstelle erst eine Anschlussstelle hätte zurückfahren müssen, um zu wenden - ein Ausschlusskriterium. Aber es mussten ja auch Arbeiten aussortiert werden.

Als die Preisträger feststanden, war sich die Jury einig, dass sie sich nicht auf einen zweiten Platz festlegen konnte. Daher gibt es nun zwei erste Preisträger, die sich das Preisgeld für den ersten (10 000 Euro) und den zweiten Platz (7500 Euro) teilen müssen. Der Drittplatzierte Entwurf, den Stephan Blauth vor allem für seine verkehrstechnische Lösung lobte, wird noch mit 5000 Euro belohnt.

"Es ist nicht so, dass jetzt einer der Entwürfe eins zu eins übernommen wird", erklärte Stephan Blauth. Vielmehr werde jetzt mit den Büros der Preisträger detailliert verhandelt, würden Planungen noch nachgebessert und verfeinert. Steht dann eine Planung und die ausführende Bürogemeinschaft fest, wird diese Planung beim Bundesverkehrsministerium eingereicht. "Wenn wir dort grünes Licht und eine Zusage haben, dass der Bund das Projekt bezahlt, gehen wir ins Planfeststellungsverfahren", sagt Gert Weißmantel. "Wir wissen alle, wie lange solche Verfahren dauern, das jetzt in Jahren auszudrücken ist schwer möglich", ergänzt Michael Busch.

Doch immerhin ist die Raststätte einen Planungsschritt weiter. Und Busch und Brunner sind überzeugt, dass die Beteiligung der Kommunalpolitik dazu beiträgt, eine Lösung zu finden, die auch den Bürgern der Region nutzt, die möglichst wenig Land verbraucht (es könnte vielleicht sogar ein Teil des bereits vom Bund gekauften Landes an die Landwirtschaft zurückgegeben werden) und der Region Gelegenheit gibt, sich positiv zu präsentieren.
Die eingereichten Pläne für eine künftige Raststätte "Lange Berge" bei Drossenhausen können Interessierte noch bis Montag täglich von 8 bis 18 Uhr im Sitzungssaal des Landratsamtes anschauen.