Beeindruckend. Drei herausragende junge Musiker präsentierte die Stadt Coburg im Kunstverein, Eli as Pfetscher (Gitarre), Marie Koonert (Geige) und Lars Tappert (Gesang). Seit 1985 werden im dreijährigen Turnus und im Wechsel von Bildender Kunst und Musik Förderpreise vergeben. Die Verleihung durch Oberbürgermeister Norbert Tessmer war auch diesmal Anlass für ein Konzert mit staunenswerten Darbietungen.

Die von einer Coburger Fachjury ausgewählten Solisten stehen zweifelsohne am Beginn einer hoffnungsvollen Karriere, allenfalls über die Reihenfolge der Preisvergabe könnte diskutiert werden.

Bereits Lars Tappert, Casimirianer, der jetzt mit seinem Gesangsstudium in Nürnberg beginnt, umschmeichelte das Publikum mit seinem in den Höhen schon strahlenden, aus solidem und voll klingenden Grunde steigenden Tenor, am Flügel einfühlsam begleitet von Neli Stefanova. Ob Mozarts fühlend innig gebotener Liebeshauch "An Chloe", Schuberts in lebendig leichtem Fluss erzählte Geschichte von der betrogenen Forelle und dann schon die vielfältigen Ansprüche des Belcanto bei Donizetti - Lars Tappert erstaunte nicht nur mit bereits präziser Gesangstechnik und klar modulierter Tongebung, sondern vor allem auch mit interpretatorischem Feingefühl. Dann stieg er auch noch hinüber in den kraftvollen Musical-Tonfall, zu Bernsteins "Maria" aus der "West Side Story". - Man möchte Lars Tappert wieder hören.

Zum Dahinschmelzen

Es war die Zweitplatzierte, die Geigerin Marie Koonert, die ihr Abitur im kommenden Jahr am Casimirianum anstrebt, die sich beim Preisträgerkonzert als die technisch weit Überragende zeigte. Mit dem ersten Satz, Allegro Moderato, aus Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur Op.35 führte sie die Zuhörer nach anfänglichem Suchen in leidenschaftlichste, schmerzlichste, innigste Seelenregungen, durch schnelle präzise Läufe, in fast vergehende Zartheit und durch sichere Sprünge und Lagenwechsel. Sie hielt sogar ihrem sehr energischen Begleiter am Klavier, Sin Lu, stand.

Der erste Preis wurde an den in seiner Ausbildung schon fortgeschrittenen Gitarristen und Lautenisten Elias Conrad Pfetscher, ehemaliger Albertiner, vergeben. Er bot ein versonnenes Piazzolla-Stück, bevor er ein selten zu hörendes Instrument, die Theorbe präsentierte, ein mit zusätzlichen Bass-Saiten versehenes Lauteninstrument. Damit führte Pfetscher einnehmend in musikalische Feinheiten des 17. Jahrhunderts.