Nicht nur eine "modernisierte " Satzung, die veränderte Bestattungsformen in Friedhöfen des ganzen Gemeindebereichs ermöglicht, sondern auch die dazugehörige Gebührensatzung beschäftigte den Gemeinderat in seiner letzten Sitzung 2019 am Mittwochabend. Ausführlich berieten die drei Fraktionen einen Neuerlass der Satzung nach dem Ortsrecht. Aber es wurde den Räten schnell klar, dass eine hundertprozentige Umlage der von der Kämmerei aufgelisteten Aufwendungen für Ruhestätten und für die Nutzung der Aussegnungshallen in Sonnefeld, Bieberbach, Hassenberg und Wörlsdorf nicht geraten erscheint. Trotzdem: Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 stehen stark erhöhte Gebührensätze ins Haus. Das heißt: Sowohl für die Nutzung von Grabanlagen als auch Verwaltung und sonstige Aufwendungen müssen Hinterbliebene erheblich tiefer in die Tasche greifen.

"Unser Aufwand sollte grundsätzlich, aber nicht zwingend zu 100 Prozent gedeckt werden", erläuterte Kämmerer Heiko Lech bei Vorlage der in der Verwaltung erarbeiteten neuen Gebührentabellen. Die letzte Anpassung stammt aus dem Haushaltsjahr 2011. Für die SPD-Fraktion plädierte Michael Fischer für Kostendeckungsgrade der verschiedenen Leistungen zwischen 70 und 80 Prozent. Richard Bäuerlein strebte für die CSU-Fraktion 80 Prozent an. Als "gut geworden" lobte Claus Dötschel (GUB) die Satzung. Einstimmig wurde dann eine Lösung mit 75 Prozent befürwortet. "Der prozentuale Deckungsgrad - im Landesdurchschnitt 70 bis 80 Prozent - wird mit der angestrebten Neuregelung mehr als erreicht", sagte Bürgermeister Michael Keilich zufrieden. Diese Gebühren sollen für die vier nächsten Haushaltsjahre gelten.

Die eingeschaltete Kommunalberatung und Service GmbH hatte gleichzeitig einen Nachbesserungsbedarf an Satzungsformulierungen, zum Beispiel Verlängerung von Nutzungsrechten, Grabarten und Größenangaben, festgestellt. Die Gemeinde gewährt für eine Erdgrabstätte 30 Jahre Nutzungsrecht, für ein Kindergrab 20 Jahre, für ein Urnenerdgrab 20 und für Urnennischen zehn Jahre.

Wie es im Standesamt läuft

Obwohl Eheschließungen/Lebenspartnerschaften im Sonnefelder Rathaus nach wie vor möglich sind, entwickelt sich das neu gewidmete, renovierte Trauzimmer im Erdgeschoss zur Filiale des Standesamtes Coburg. Damit zusammenhängende Aufgaben werden zur Jahreswende übertragen. Keilich erklärte: "Unsere Akten sind schon seit dem Sitzungstag nach Coburg umgesiedelt." Die Bestellungen von Stefan Markus, Tanja Roßmann und Matthias Wicht zu Standesbeamten würden mit Ablauf des 31. Dezember 2019 widerrufen. Bis zur konstituierenden Sitzung des neu gewählten Gemeinderats im Mai 2020 übe die Befugnisse eines Standesbeamten für Eheschließungen weiter aus, sagte der Bürgermeister.

Neue Friedhofsgebühren

Kosten für Grabstätten ab Januar 2020

Grabstätte pro Jahr

- Einzelgrab 55 Euro (bisher 20 Euro),

- Doppelgrab 85 Euro (30 Euro),

- Urnengrab 75 Euro (30 Euro),

- Urnenrasengrab 42 Euro (30 Euro),

- Urnennische 155 Euro (75 Euro).