Der ungewöhnliche Name "Triple F Stable" ziert einen ehemaligen Bauernhof im Seßlacher Stadtteil. Die heutige Ranch betreibt Stefanie Funk gemeinsam mit ihren Eltern. "Deshalb triple", lacht sie. Pferde gibt es dort seit Generationen, schon der Großvater von Stefanie Funk hatte Ackergäule. Die 25-Jährige ist ausgebildete Pferdewirtin und unterrichtet im Westernreiten.


Westernreiten populär machen



In Zusammenarbeit mit der Rödentaler Außenstelle der Volkshochschule (VHS) bietet Funk jetzt einen Kurs, um Interessierten den Wester-Reitstil näher zu bringen. Dabei will sie das relativ unbekannte Westernreiten populärer machen.


Vor 20 Jahren war's noch exotisch



Vor ein bisschen mehr als 20 Jahren begannen die Eltern von Stefanie Funk, das Westernreiten für sich zu entdecken. "Das galt damals noch als exotisch", erinnert sich Stefanie Funk. Sie als bekennende Pferdenärrin war sofort fasziniert und wollte diesen Stil des Reitens richtig lernen. Also nahm sie Kurse bei verschiedenen Trainern, um dem Westernreiten näher zu kommen. Schließlich machte sie ihr Hobby zum Beruf und begann eine dreijährige Ausbildung in einem der größten Westernbetriebe Deutschlands nahe Köln. Auch einige Monate in den USA hat sie verbracht, um ihr Wissen zu perfektionieren. Theorie und Praxis sind wichtig - aber: "Voraussetzungen für diese Ausbildung sind Verständnis für das und der tägliche Umgang mit dem Pferd."


Pferde als zuverlässige Partner




Doch was genau unterscheidet das Westernreiten vom klassischen Reitstil? "Das Westernreiten hat eine ganz andere Philosophie", erklärt Stefanie Funk. Westernpferde waren schließlich früher Gebrauchs-Pferde für die Cowboys. Deshalb mussten die Pferde zuverlässige Partner sein. Das Vertrauen und die Beziehung zwischen Mensch und Tier waren sehr wichtig.

Reine Charakterfrage


Der Charakter spielt ebenfalls eine große Rolle. "Westernpferde sollten ruhig und ausgeglichen, aber auch flink und wendig sein", erklärt Stefanie Funk. Deshalb muss sie bei ihren Kursen immer gleich mit einem Vorurteil aufräumen. Jeder, der schon einmal einen Westernfilm gesehen habe, denke, dass dieser Reitstil sei leicht und ohne große Mühen zu erlernen sei. Doch hier hebt Funk warnend den Zeigefinger: "Westernreiten ist genauso anspruchsvoll wie das klassische Reiten." Stefanie Funk betont bei ihren Kursen immer wieder, dass für sie vor allem die Teamarbeit zwischen Tier und Mensch wichtig ist. "Pferd und Mensch müssen viel Vertrauen ineinander haben." Deshalb müsse der Reiter lernen, dass Pferd als Lebewesen zu respektieren.


Eine Hand frei für das Lasso



Auf der Koppel des Hofes drehen einige Schüler die Runden. Das Ziel des Westernreitens erklärt ihnen Stefanie Funk: das einhändige Reiten. "Die Cowboys mussten in der anderen Hand immer ihre Lassos halten, um die Kühe einzufangen. Deshalb bleibt nur eine Hand am Zügel." Auf der Ranch sind 30 Pferde untergebracht, davon acht eigene und der Rest sind Pensionspferde. Für Stefanie Funk und ihre Eltern ist die Arbeit auf der Ranch längst kein gewöhnlicher Beruf mehr. "Es ist unsere Berufung", sagt Funk.


Schnupperkurs



Mit den drei Reitschulpferden unterrichtet Stefanie Funk mit Schwerpunkt Westernreiten. Eine ihrer Schülerinnen ist Birgit Engels. Sie ist schon viele Jahre die Leiterin der VHS-Außenstelle in Rödental. Gemeinsam kam den zwei Damen die Idee für den Kurs. "Am Schnupperkurs", versichert Engels, "kann jeder - ob mit oder ohne Erfahrung - ab dem Jugendalter teilnehmen." Auch erfahrene Reitern seien in der Lage, einen neuen Reitstil kennenzulernen beziehungsweise eine Alternative zum "englischen Reiten" zu finden."

Nur eine kleine Gruppe


Stefanie Funk legt großen Wert darauf, dass bei ihren Kursen nicht zu viele Menschen auf einen Schlag kommen. Für sie ist es sehr wichtig, individuell auf Pferd und Reiter einzugehen. Für den Schnupperkurs bei der Volkshochschule sollen Gruppen mit höchstens sechs Teilnehmern gebildet werden - je nach Alter und Erfahrung. Birgit Engels weiß auf jeden Fall schon jetzt, dass sich die lohnt: "Bei Stefanie Funk weiß ich die Leute in guten Händen."