Seit Sonntag ist es raus: Birgit Weber will Oberbürgermeisterin werden! Mit den ersten Rückmeldungen, die es seitdem gab, ist die Vorsitzende des CSU-Kreisverbands Coburg-Stadt mehr als zufrieden. "Ich habe schon sehr viel Zuspruch bekommen", erzählt die 49-Jährige am Dienstag. Besonders gefreut habe sie eine Aussage: "Ich habe immer Kastner gewählt - aber diesmal werde ich für Sie Werbung machen!"

Birgit Weber hat in Coburg längst eine "Wechselstimmung" ausgemacht: "Sie wabert - und jetzt gilt es, sie hochzukochen." Wenn es ihr im März 2014 tatsächlich gelingt, eine Mehrheit der Wähler für sich zu gewinnen, möchte Birgit Weber vor allem eins: "Die Dinge zum Besseren wenden." Denn Coburg sei eine "liebens- und lebenswerte Stadt" mit vielen Möglichkeiten. Doch diese Möglichkeiten müssten dringend weiterentwickelt werden. An dieser Stelle nickt der Fraktionsvorsitzende Hans-Herbert Hartan: "Dem heutigen OB fehlen mittlerweile die Visionen und so etwas wie ein Masterplan." Und er merkt an: "Nach 23 Jahren ist es menschlich verständlich, dass man nicht mehr mit so viel Esprit an die Sachen herangeht wie vor 20 Jahren."

Aber mit welchen Visionen würde eine Oberbürgermeisterin Birgit Weber ans Werk gehen? "Eine Herzensprojekt ist für mich die Itz", antwortet sie da sofort. Sie ist noch immer begeistert von den Ideen, die Studierende im vergangenen Jahr präsentiert haben, um die Itz "erlebbar" zu machen.

Chance: Neue ICE-Verbindung?

Ohnehin ist Weber die Hochschule wichtig. Zum einen plädiert die designierte OB-Kandidatin für eine bessere "Verzahnung" der heimischen Wirtschaft mit der Hochschule; zum anderen müsse das "Band der Wissenschaft" im Bereich Güterbahnhof realisiert werden. Unter anderem könnte dort Platz für Neuansiedlungen junger Existenzgründer entstehen. Mit Blick auf die sinkende Einwohnerzahl gibt Birgit Weber zu bedenken: "Wir haben 4200 Studierende an der Hochschule. Wenn es uns gelingen würde, dass sich nur zehn Prozent nach dem Studium in Coburg niederlassen, wäre der demografische Wandel kein Problem mehr."

Am Hauptbahnhof müssten nach Ansicht von Birgit Weber vor allem schleunigst Parkplätze geschaffen werden - wenn schon die Chance vertan worden sei, nebenan beim Bau des Zentralen Omnibusbahnhofs eine Tiefgarage zu integrieren. Was einen ICE-Systemhalt betrifft - also einen Halt im Zwei-Stunden-Takt - findet sie Gefallen an einer neuen Idee, wonach man nicht nur alle Hoffnungen in die Hauptachse München-Berlin stecken muss. Denkbar wäre auch die Anbindung an eine neue ICE-Verbindung von Dresden und Erfurt über Coburg nach Stuttgart.

Wahlkampf mit den Menschen

Natürlich gibt es noch mehr Themen, die die CSU im Wahlkampf ansprechen möchte. Hans-Herbert Hartan nennt die brachliegenden Flächen BGS, Brockardt sowie Lokschuppen ("Da muss was passieren!") und wünscht sich außerdem "eine Verwaltungsreform, die ihren Namen auch verdient". Birgit Weber will grundsätzlich einen "Wahlkampf mit den Menschen" machen. Sie sagt selbstbewusst: "Ich trete dafür an, Coburg vorwärts zu bringen."

Um die Herausforderungen eines OB-Wahlkampfs meistern zu können, wird sich Birgit Weber vom Vorsitz der Frauen-Union wohl zurückziehen. Als CSU-Kreisvorsitzende wird sie hingegen bei den Neuwahlen am 19. April wieder kandidieren. Anschließend werde die Stadtratsliste aufgestellt - mit Birgit Weber auf Platz 1. Die Nominierung als OB-Kandidatin erfolgt "wahrscheinlich im Sommer". Dick im Kalender angestrichen hat sich Birgit Weber bereits den 19. Oktober: Dann organisiert sie mit der Frauen-Union wieder einen Festball im Kongresshaus - auch der soll für ein schwungvolles Coburg sorgen.