Die Grüber haben erneut einen Problembaum: In seiner Sitzung am Montag musste sich der Gemeinderat mit der Friedenslinde im Steinweg befassen. Ob sie gleich gefällt wird wie die 250 Jahre alte Kiefer in der Lichtenfelser Straße oder erst mal ein Gutachten eingeholt wird, das entschied der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung.

In der öffentlichen Sitzung ging es zunächst um den Zustand des Baumes und die Frage, ob Gutachten eingeholt werden. Zweiter Bürgermeister Volker Gahn (CSU) erläuterte, visuell untermalt, den Zustand des Baumes, der ebenfalls als ein Grüber Wahrzeichen gilt. "Es ist traurig, aber wahr", stellte Gahn fest: Im Stamm sind Löcher, Risse in der Rinde sind festzustellen, morsche Äste wurden bereits entfernt, einige Stellen sind vermoost, und in der Zwispel steht das Wasser. "Der Baum geht früher oder später kaputt", war das Resümee Gahns.


Gutachten eingespart

Die Gemeindeverwaltung hatte ähnlich wie bei der Kiefer Angebote über die Erstellung eines Gutachtens bereits eingeholt. Drei an der Zahl sind eingegangen. Über die Vergabe sollte der Gemeinderat nichtöffentlich beraten. Das rief im öffentlichen Teil Gemeinderätin Andrea Huxoll (SPD) auf den Plan: "Wir können uns mehrere tausend Euro Gutachterkosten sparen. Allem Anschein nach kommt nur eine Fällung in Frage." Dem pflichtete Bürgermeister Jürgen Wittmann (GfG) unterschwellig bei: "Ich bin über den Zustand der Äste erschrocken, bin allerdings kein Baumsachverständiger." Wie im Nachhinein bekannt gegeben wurde, beschloss der Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil einstimmig, die Gutachterkosten einzusparen, die Linde zu fällen und Angebote über eine Ersatzbeschaffung einzuholen.

Beschlossen wurde nach Würdigung der eingegangenen Stellungnahmen die Änderung der Satzung zum Bebauungsplan "Kiefernweg". Gemeinderat Matthias Kreisler (FW) machte seinem Unmut Luft, indem er das langwierige und monatelange Verfahren als Paradebeispiel für Bürokratismus bezeichnete, bei dem Geld "verbrannt" wird.


Bürger müssen mitzahlen

Die Gemeinde erlässt jetzt schon Vorauszahlungsbescheide für den dritten Bauabschnitt "Coburger Straße", der demnächst angegangen werden soll. Die Anlieger müssen insgesamt 240.000 Euro aufbringen, 207.000 Quadratmeter beitragspflichtige Fläche. Pro Quadratmeter werden 1,04 Euro auf die Anwohner umgelegt, das sind 90 Prozent des Straßenausbaubeitrages.

Die äußerst gefährliche afrikanische Schweinepest rollt von Polen aus auf die Region zu und befällt vor allem Wildtiere. Die Krankheit bewegt sich 350 Kilometer pro Jahr vorwärts und hat die Region fast erreicht. Die Jäger, die bis zur Schließung des Schlachthofes Coburg besonders ihren Wildaufbruch dort beseitigen konnten, stehen vor einem Problem. Der Gemeinderat beschloss deshalb für den dortigen Hegeringbereich die Aufstellung eines Containers an der Kläranlage Ebersdorf.

Wie Bürgermeister Jürgen Wittmann informierte, geht der Ausbau der "Ebersdorfer Straße" zügig und vereinbarungsgemäß voran. Seiner Schätzung nach dürfte die Straße Ende Oktober fertiggestellt sein.

Ein Regional-Express-Zug der Bahn soll auf den Namen der Gemeinde getauft und deren Wappen angebracht werden. Die Taufe findet statt am Mittwoch, 20. August, am Bahnhof in Bad Staffelstein. dav