Denn wenn die Genehmigung da ist, wollen Caritas-Kreisverband und der Verein "Lebensraum - ein Hospiz für Coburg" so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen. Wobei die entscheidende Genehmigung nicht aus einer Baubehörde kommt, sondern von den Krankenkassen. Sie müssen die Zustimmung zum Versorgungsvertrag offiziell in Aussicht stellen. Ohne Vereinbarung mit den Krankenkassen kann das Hospiz nicht arbeiten.
I mmerhin sind Caritas und "Lebensraum " nun so weit, dass sie ans Ausfüllen der Anträge denken können. Denn die allergrößte Hürde ist beinahe genommen: Ein Hospiz muss nachweisen können, dass es fünf Jahre lang zehn Prozent seiner Kosten selbst decken kann. In Zahlen: 400   000 Euro müssen vorhanden sein. Die sammelt der Verein "Lebensraum", mit Vera Romahn und dem Ehepaar Michael und Helga Schadeberg an der Spitze. Am Freitag konnten die drei sowie Schatzmeisterin Frauke Rauschert 5000 Euro von den Coburger Soroptimistinnen (SI) in Empfang nehmen. Der Charity-Club, dem nur Frauen angehören, spendete den Erlös seines Rosenmarkts in der Rosenau.
"Wir denken, das Geld ist bestens angelegt", sagte SI-Präsidentin Gisela Sonner. Dass der Club eine so große Summe spenden könne, zeige, dass auch Kunden und Sponsoren des Rosenmarkts das Hospiz als unterstützenswerte Sache ansehen. SI Coburg unterstützte auch schon den Hospizverein, der Sterbende und ihre Familien ambulant begleitet, sowie das Hospiz Lichtenfels.
Caritas-Geschäftsführer Richard Reich konnte den Damen schon die ersten Entwürfe für das Gebäude zeigen. Es wird neben dem Caritas-Seniorenpflegeheim St. Josef entstehen und sich den Hang hinauf ziehen. Dahinter ist ein "Lebensgarten" mit Vesteblick vorgesehen. Noch heuer wollen Richard Reich und Vera Romahn den ersten Spatenstich fürs Hospiz vornehmen, und wenn es nur ein symbolischer ist. Denn noch sind die 400   000 Euro nicht bis auf den letzten Cent beisammen.
Während also Vera Romahn und ihre Mitstreiter weiterhin sammeln und betteln, befasst sich Richard Reich mit dem Papierkram. "Derzeit sitze ich über dem Wirtschaftsplan", berichtet er. Vorlegen muss die Caritas als künftiger Träger des Hospizes auch einen Pflegeplan, Vereinbarungen mit Krankenhäusern, ambulanten Diensten und dem Hospizverein und natürlich die Baupläne.
Acht Betten wird das Hospiz haben. Grundsätzlich gelte das Prinzip "ambulant vor stationär", betont Richard Reich. Aber es gebe jetzt schon genug Fälle in Coburg, in denen Sterbende nicht mehr zu Hause versorgt werden können, sei es, weil die Angehörigen überfordert sind oder weil es gar keine gibt, die sich kümmern könnten. In solchen Fällen bleiben derzeit nur das Krankenhaus, die Palliativpflegestation in der Geriatrie oder die Pflegeheime - und keiner davon ist dafür zuständig.