Der Dürresommer machte 2018 auch für die Forstleute zu einem schwierigen Jahr. Das stellte Wolfgang Schultheiß, Vorsitzender der Waldbauernvereinigung (WBV) Coburger Land fest, ehe er die Ergebnisse der Submission bekannt gab.

Zunächst gab es noch reichlich Niederschläge. Der Boden war am Jahresbeginn voller Wasser. "Aber im Juli war das Wasser weg", sagte Schultheiß. Die Trockenheit hielt dann noch Wochen an.Vor allem die Fichte litt darunter. Den Bäumen fehlte die Flüssigkeit, um Harz zu bilden, mit dem sie sich gegen den Borkenkäfer wehren können. Die Folge war ein Schädlingsbefall wie seit vielen Jahren nicht mehr. Bäume mussten massenweise gefällt werden. Dieses "Käferholz" drängte auf den Markt - auch aus dem benachbarten Tschechien. Allein von dort geht Wolfgang Schultheiß von rund sieben Millionen Festmetern aus.

Angesichts dieser Lage fürchteten die Verantwortlichen in der WBV schon um den Erfolg der Submission. "Wir haben uns schon gefragt, ob überhaupt jemand Eiche auflegt", sagte Wolfgang Schultheiß rückblickend. Doch es zeigte sich, dass Laubholz von guter Qualität trotz der Schwemme an Schadholz aus den Fichtenbeständen gut angeboten und ebenso gut nachgefragt wurde."98 von 100 Stämmen wurden beboten", zieht der Vorsitzende Bilanz.

Die wenigen Stämme auf dem Submissionsplatz bei Unterwohlsbach, die kein Interesse der Bieter fanden, konnten dann aber doch noch verkauft werden, wie WBV-Geschäftsführer Manfred Herter informierte. Der Verkauf über die Submission der WBV erwies sich daher erneut für die Anbieter zur lukrativsten Möglichkeit ihre Stämme abzusetzen. Der Erlös aus den Geschäften mit insgesamt 58 Teilnehmern lag sogar im Schnitt höher als im vergangenen Jahr. "Es lohnt sich von Anfang an, auf Qualität zu setzen, dann sind auch gute Preise zu erzielen", rät Herter den Waldbauern daher zur sorgfältigen Pflege ihrer Bestände.

Die bei der Submission aufgelegte Menge blieb mit gut 424 Festmetern nicht weit unter dem Rekordjahr 2018 mit fast 470 Festmetern. Dafür wurde mit 98 Prozent für mehr Stämme geboten als in einem der letzten fünf Jahre. Den Gesamterlös beziffert Manfred Herter auf über 169 000 Euro. Obwohl weniger Gesamtmenge angeboten wurde als im vergangenen Jahr lag dieses Ergebnis über allen seit 2015. Das zeigt die guten Preise, die mit Wertholz heuer zu erzielen waren.

Die Suche nach einer Braut

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Jahr für Jahr warten die Mitglieder der WBV mit Spannung darauf, wessen Stamm das beste Ergebnis erzielen konnte - er wird als "die Braut" der Submission bezeichnet. In diesem Jahr gab es gleich zwei davon.

Bergahorn und Eiche

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Da war zunächst ein Bergahorn aus den Wäldern der Stadt Eisfeld. Er brachte mit 1329 Euro den höchsten Erlös je Festmeter - das Hauptkriterium für die Ernennung der Braut. Insgesamt kostete der Stamm seinen Käufer 2378,91 Euro.

Damit war er aber nicht der teuerste Stamm, der Submission. Den hatte der Forstbetrieb Coburg der Bayerischen Staatsforsten aufgelegt. Die Eiche kam aus dem Wald bei Oberwohlsbach. Dass sie mit 1264 Euro je Festmeter nicht den Wert des Eisfelder Bergahorns erreichte, machte sie mit Masse wett. 3414,04 Euro musste der Käufer dafür hinblättern - so kam es zur zweiten Braut bei nur einer Submission. "Der Forstbetrieb Coburg der BaySF sorgt einerseits mit Totholzinseln und Biotopbäumen für den Waldnaturschutz, hat aber andererseits auch wertvolles Holz anzubieten", stellte Albert Schrenker, der Leiter des Forstbetriebs, zufrieden fest.