5658 ist mehr als 6144! Sie sagen das ist Quatsch. Okay, ich schränke ein: 5658 kann mehr sein als 6144 - und zwar beim Sportkegeln. Der SK Walldorf gewann in der 1. Bundesliga sein Heimspiel gegen Pfaffengrund exakt mit 6144 Holz. Gleichzeitig besiegte der PSV Franken Neustadt den Tabellenzweiten Olympia Mörfelden mit 5658 Leistungspunkten - dieser Wert ist höher einzustufen.

Das liegt an den anspruchsvollen Bahnen in der Neustadter Kegelanlage. Selbst Weltklassekegler, die von der Traummarke 1000 verwöhnt sind, müssen in der Bayerischen Puppenstadt Tribut zollen und anerkennen, dass um jeden einzelnen Keil hart "gearbeitet" werden muss.

Beim PSV bekommt niemand etwas geschenkt. Es gibt genügend (Selbstfaller-)Bahnen mit dem sogenannten "dicken Keil" und guten Banden. Da kommt es öfters zu "Bildern", wie sie physikalisch eigentlich gar nicht entstehen können. Hölzer kommen von hinten oder von der Seite zurück und räumen noch den einen oder anderen Keil ab. Da täuschen "unglaubliche" 6144 Holz schnell einmal über die tatsächliche Leistungsstärke hinweg. Allerdings darf nicht unerwähnt bleiben, dass solche Ergebnisse trotzdem nur von absoluten Spitzenkeglern erzielt werden. Hier wird auf hohem Niveau verglichen.


PSV Franken Neustadt

Die dazu eher bescheiden klingenden 5658 der Franken gehen für Laien unter, doch um auf schwer fallenden Anlagen 930, 960 oder gar 1000 Holz zu "sehen", benötigt es Topleistungen. 85 bis 90 "Hausgassen" bei 100 Schub in die Vollen sind dann mindestens Pflicht, um an Höchstwerte heranzukommen. Pascal Jestädt, seit Jahren einer der besten deutschen Kegler und regelmäßig 1000er-Kandidat, blieb in Neustadt bei 896 stehen. So viel zum Sportkegeln.


VSG Coburg/Grub

Dass Zahlen aber tatsächlich nicht lügen, zeigen in diesen Wochen eindrucksvoll die Volleyballer. Die VSG Coburg/Grub führt mit elf Siegen bei lediglich einer Niederlage die Tabelle der 2. Volleyball-Bundesliga Süd souverän an. Bravo.

Das Team von Trainer Milan Maric brachte es dabei auf ein Satzverhältnis von beeindruckenden 34:10. Das große Ziel, nämlich der Aufstieg in die 1. Bundesliga ist greifbar. Bei 22:2 Zählern und vier Punkten Vorsprung auf die Verfolger, werden im stillen Kämmerlein bereits Meisterpläne "geschmiedet".

Die internen Querelen, die mit dem Rücktritt des jahrelangen Managers Peter Pillmann gipfelten, scheinen dagegen schadlos an Kucera, Spiller & Co. abgeblockt zu sein. Die Formkurve zeigt steil nach oben, die Euphorie steigt und die Vorfreude auf Spitzen-Volleyball 2013 in der HUK-Coburg-Arena ist in diesen Tagen so groß wie nie zu vor. Heute Abend erwarten die "Schmiede" erneut über 1000 Fans.

Von Euphorie kann dagegen beim VfL Frohnlach in diesen Tagen überhaupt keine Rede sein. Der seit Jahren mit Abstand erfolgreichste Fußballverein der Region ist gerade dabei einen Scherbenhaufen zusammen zu kehren. Vorstandsmitglied und Hauptsponsor Klaus Schillig macht kein Hehl aus seinen persönlichen Fehlern und hat längst die volle Verantwortung für die miserable Außendarstellung übernommen.


VfL Frohnlach

Gemeinsam mit Vereinschefin Christina Schön will er in den nächsten Wochen Schadensbegrenzung betreiben und den "Wischi-Klub" wieder auf Kurs bringen. Egal, ob es dann vielleicht doch noch zum Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern reicht oder nicht, wichtig ist, dass der einzige Vorzeigeklub schnell zur Ruhe kommt.
Wenn unzufriedene Spieler wie beispielsweise Abwehrchef Beetz oder der kaum zum Einsatz gekommene, aber als Sturmführer verpflichtete Sam die "Blau-Weißen" verlassen wollen, dann sollte Schillig keine Steine in den Weg legen.

"Wischi" ist ein gutes Stichwort. Während der Amtszeit des Ehrenpräsidenten Willi Schillig hatte der VfL Frohnlach zu keinem Zeitpunkt derartige Probleme. Willi Schillig ist ein Mann der klaren Worte und vor allem Taten. Natürlich eckten Fußballer, Trainer oder Funktionäre auch mit der "grauen Eminenz" an und er war beim Verhandeln sicher auch nicht einfach, dafür aber stets fair.

Einen Trainer zu entlassen, um ihn vier Tage später wieder einzustellen oder einen anderen zum Chef zu befördern, um ihn kurz vor der ersten Trainingseinheit zu sagen: "Ätschebätsche, du wirst es doch nicht" - so etwas hätte es unter der Regie von Willi Schillig nie gegeben.

Fakt ist, dass seit längerem beim VfL Frohnlach ein starker Fußball-Fachmann fehlt. Einer, der Spielern, Trainern und Vorstandskollegen die Leviten ließt und im richtigen Moment auf den Tisch haut!


HSC 2000 Coburg

So jemand war Norbert Kastner viele Jahre bei den Coburger Handballern. Der Oberbürgermeister traf beim HSC 2000 die Personalentscheidungen, hielt den Kopf hin, wenn's schief ging. Seit Kastners Rücktritt bemühen sich seine Nachfolger emsig, doch nicht nur Außenstehende haben das Gefühl, dass sich der Klub nicht wirklich weiterentwickelt. Aktuelles Beispiel ist Hans Stöckl. Auch der Geschäftsführer, der die Internas in und auswendig kennen müsste, hat kapituliert. Auch das ist ein Indiz dafür, dass die Handballer seit einiger Zeit auf der Stelle treten. Und da Zahlen ja nicht lügen, lohnt sich auch ein Blick auf die aktuelle Tabelle: Platz drei steht da momentan zu Buche. Fünf Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter. So hatten sich die "Gelb-Schwarzen" den ersten Teil ihrer (Meister-)Saison sicher nicht vorgestellt. Vier Auswärtsniederlagen, darunter das Debakel bei Schlusslicht Cottbus, hat das Flaggschiff des Coburger Sports ins Wanken gebracht.

Vom Aufstieg in die 2. Liga sind die Mannen um den spätestens am Saisonende ausscheidenden Trainer Hrvoje Horvat jedenfalls weiter entfernt, als bei Kastners Rücktritt. Dafür lügen die Zuschauer-Zahlen nicht: Der Zuspruch ist nämlich enorm, die erwarteten Kalkulationen werden sogar noch übertroffen. Unter 2000 Fans macht es der HSC bei Heimspielen nicht mehr. Das ist fantastisch.