Die Grundmauern der neuen Kinderkrippe stehen. Der Termin für das Richtfest des Projektes, das der Ortsmitte ein komplett neues Gesicht geben wird, steht auch schon fest: Am 17.Mai soll das Dach stehen. Vor zahlreichen Schaulustigen haben der evangelische Pfarrer Rolf Gorny und Bürgermeister Martin Finzel (parteilos) symbolisch den Grundstein gelegt. Eine Röhre mit Wünschen, Geldstücken und Bauplänen ist dabei im Mauerwerk auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Ein bisschen mussten sich die Gäste gedulden, denn aus München kam hoher Besuch. Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner, der für die Finanzen zuständig ist, war zur Grundsteinlegung angereist. Die Förderprogramme, informierte Finzel, laufen über den Tisch von Oberkirchenrat Hübner. Und der Bürgermeister betonte gleich: "Dass die Kinderkrippe in Ahorn besonders hoch gefördert wird, ist nicht selbstverständlich."

Hübner reist in diesen Tagen durch Oberfranken und machte extra für die Grundsteinlegung in Ahorn Station. "Es ist für mich eine Premiere bei der Grundsteinlegung einer Kinderkrippe dabei zu sein", sagte der Vertreter der evangelischen Kirche. Der Bau in Ahorn zählt nach Angaben Hübners zu 5000 Objekten, die in den vergangenen vier bis fünf Jahren durch die Kirche gefördert worden sind. Der Oberkirchenrat attestierte den Ahornern, dass sie bei der Baumaßnahme eine "gute Lösung" fanden. Da das Grundstück direkt an die bestehende Kindertagesstätte angrenzt, sei der Kauf ideal gewesen. "Das ist ein guter Weg, denn durch die Erweiterung auf das Nachbargrundstück wird die generalsanierte Kindertagesstätte nicht beeinträchtigt."

Martin Finzel bezeichnete den Bau in der Dorfmitte als ungewöhnlich. Aber er betonte auch: "Genau dahin zielt das Flächenmanagement in der Gemeinde Ahorn. " Anstatt an den Ortsrändern auf der grünen Wiese neue Wohnbaugebiete oder neue Gebäude entstehen zu lassen, stärke man mit Bauprojekten den Ortskern. Leerstände sollen belebt werden oder neue Gebäude mitten im Ort entstehen - wie eben nun die Kinderkrippe. Die zentrale Lage helfe den Eltern sehr, wenn sie ihrem Beruf nachgehen wollen.

Das Umfeld wird neu gestaltet

Die zweigruppige Kinderkrippe befindet sich in der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde. Die Gemeinde wird in den nächsten Jahren viel Geld in die Hand nehmen, um das Areal ringsherum weiter aufzuwerten und auszubauen. Dank der städtebaulichen Rahmenplanung und einer hohen Förderung kann voraussichtlich eine Reihe von weiteren Maßnahmen realisiert werden. Der Bürgermeister erläuterte: "Die betrifft die Neugestaltung der Ortsmitte, außerdem werden neue Parkplätze angelegt." Der weitere Ausbau der Ringstraße ist zudem im Finanzplan von 2014 vorgesehen.

Die Feierstunde umrahmten die Kinder des Kindergartens mit Liedern, danach sprach Pfarrer Rolf Gorny den Segen Gottes. Die Vorschulkinder der Igelgruppe des evangelischen Kindergartens "Pusteblume" hatten sich besonders angestrengt und Bilder zum Thema "Lasset die Kindlein zu mir kommen" gemalt. Die Bilder steckte Pfarrer Gorny zusammen mit Münzen und vielen guten Wünschen in eine Röhre. Nicht fehlen durften dabei auch die Baupläne des Architekten Roland Schultheiß. Zum Abschluss stand für alle Besucher auch eine Besichtigung des Rohbaus auf dem Programm.

Die Gemeinde Ahorn und ihre Kindergartenpolitik

Finanzierung Der rein auf den Krippenbau entfallende Kostenanteil beläuft sich auf 964 000 Euro. Davon erhält die Gemeinde 724 000 Euro Förderung. Die verbleibende Summe teilen sich mit je 131 000 Euro Kommune und Kirche. "Eine einmalige Finanzierung", so Finzel.

Standbeine
Über die neue Krippe hinaus sind auch für die Sanierung des Waldorfkindergartens in Eicha Mittel eingeplant. Der Abschluss einer Vereinbarung zwischen allen Kommunen des Landkreises wird in Kürze erwartet. Für die Fortsetzung des Projektes "Ortsmitte Ahorn" - der Neugestaltung des Umfeldes der Kinderkrippe und der Schaffung von Parkplätzen - sind 135 000 Euro eingeplant. Auch hier rechnete die Gemeinde mit einer hohen Förderung von bis zu 60 Prozent.