So ein alter "Kinderfest-Hase" wie Rainer Bätz weiß schon genau, auf was er bei der Neustadter Traditionsveranstaltung schlechthin zu achten hat. Deshalb können sich Lehrer und Schüler über ein Lob aus berufenem Munde freuen: "Wor dess heid a schöss Kinnofesd. Fasd wie zu früheren Zeidn." Besonders fiel Bätz auf, dass alle Beteiligten heuer viele Mühe gaben. Schön bunt, viele Musikkapellen - so muss ein Kinderfest aussehen.
Während die Honoratioren der Partnerstädte Villeneuve sur Lot und Neustadt noch im Rathaus am Festakt zur 35-Jahr-Feier der Partnerschaft teilnahmen, stellten sich die rund 1350 Schüler der Neustadter Schulen bereits für ihren Umzug auf.
Traditionell fand ganz vorne ein Schüler der Realschule als Träger der Harlekin-Fahne seinen Platz. Danach folgten die Cabrios mit der amtierenden Puppenfee und dem Puppendoktor, die Stadtkapelle und eine Kindergruppe in Neustadter Tracht. Selbstverständlich war auch die "Traditions-Bratwurst" an der Spitze mit von Partie.

Das Selbstvertrauen ist groß

Den Reigen der Schulen eröffnete die Grundschule "An der Heubischer Straße". Deren Rektor, Harald Hammerschmidt, hatte in diesem Jahr auch die Gesamtleitung beim Neustadter Nationalfeiertag unter sich. Unter dem Motto "Laas'n macht Spaß" machten sich die Klassen auf den Weg. "Bücho, die uns verzaubern", stellten die ABC-Schützen der Klasse 1 a den zahlreichen Zuschauern an der Strecke vor. "Mir lieb'n Tierbücho" meinten die 2 a, "Beim Laas'n gruselt's uns" gestand die 3 a und die 4 c behauptete ganz selbstbewusst: "Mir sen schlau durch Bücho".
Ebenfalls sehr selbstsicher mit dem Slogan "Mir dun wos und mir könna wos" zogen die Mittelschüler "Am Moos" Richtung Schützenplatz. Da gab es erfolgreiche Sportler, die "oldn Griechn", "Brüche, Formeln un aa anners Zeug", Künstler und Handys für Gorillas. Die Glockenbergschule zeigte getreu ihrem Motto "Lesen macht Spaß" einen Buchstabenzug, Hexen und Raben, Detektive, Vampire und "Teufelskicker".
Mit "Farben und Formen" glänzten die Kinder der Realschule. Formenvielfalt bewiesen sie mit Linien, Vielecken, Pyramiden und die bunte Vielfalt der Farben leuchtete als Grundfarbe und als Warnfarbe, als Mischfarbe, Tarnfarbe oder wie der Regenbogen.
Mit "Sternstunden" wartete das Arnold-Gymnasium auf. Da gab es Sternstunden der Märchen mit Schneewittchen, Stars in Hollywood, Helden des Sports und Sterne der Musik. Stars des Fernsehens und des Films bis hin zur Oscar-Verleihung. Die Meistersinger von Neustadt konnten bewundert werden, es gab einen Überblick über die olympischen Spiele der Puppenstadt und einen Rückblick auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Als Sternstunde der Geschichte sahen die Gymnasiasten den Mauerfall und die anschließende Wiedervereinigung.
Noch einmal so richtig bunt wurde es mit den Schülern der Grundschule Wildenheid-Haarbrücken. "Wir bekennen Farbe" hieß ihr Motto das sie mit "Lila - wie unsere Pausen", über "Sonnenkinder sind wir", "Das Leben ist bunt" und "Der blaue Planet" mit "Paradiesvögeln" ausschmückten.
Der eigentliche Höhepunkt des Tages stand dann aber erst auf dem Schützenplatz bevor. Oberbürgermeisters Frank Rebhan (SPD) erinnerte in seiner Begrüßung die Eltern, Großeltern und Verwandten der Kinder nachdrücklich an den schönen Brauch des "Kinderfestgeldes". Rektor Hammerschmidt stellte fest, dass trotz aller Zeitströmungen der zentrale Gedanke - "Schulkindern einen Tag der Freude schenken - lebendig geblieben sei.
Dann begannen die Freiübungen. Zunächst mit dem obligatorischen Staffellauf, den in diesem Jahr das Team der Realschule gewann. Wie üblich folgten die Cheerleader-Tänze der älteren Mädchen und zum Schluss der seit Generationen beliebte "Rutscher".