Das ist ein freudiger Trubel in diesen Tagen im Musikraum der CO II: Die Mädchen und Jungen der Musical-AG der Staatlichen Realschule tanzen, singen, musizieren, improvisieren und lachen. Damit zeigt die CO II einmal mehr: Schule kann richtig Spaß machen, vor allem, wenn Stefanie Berg Regie führt. Die Realschullehrerin leitet auch das Vocalensemble Coburg, und vielleicht gelingt es ihr auch deshalb, die Schüler der Musical-AG immer wieder zu Höchstleistungen anzuspornen.

Aktuell studieren Darsteller, Schulchor und die Band mit Bläserensemble das Stück "Die CO II war noch niemals in New York" ein. "Steffi" Berg hat das Original "Ich war noch niemals in New York" , das auf den Songs von Udo Jürgen basiert, auf die Schule zugeschnitten, der Kapitän an Bord ist freilich Rektor Klaus Reisenweber.
Im Musiksaal der Schule herrscht bei den Proben beste Stimmung, die Schüler sind begeistert dabei, auch die Konrektorin Sabine Hoffrichter schaut vorbei und hört mit Freude zu. Alle Fäden laufen bei Steffi Berg zusammen, sie koordiniert die Mannschaft und führt Regie. Immerhin wirken gut 15 Solisten, der Chor mit 40 Leuten und die Tanzgruppe mit 20 Schülern sowie die Schulband mit Bläserensemble mit. Und das ist nicht alles: Im Hintergrund agieren fleißig Schüler aus den AGs für Kostümdesign, Bühnengestaltung, die Bühnenbaugruppe und eine Computer-Animationsgruppe mit den jeweiligen Lehrern.

Das geht weit über das üblilche Schulprogramm hinaus

Denn was die CO II Jahr für Jahr auf die Beine stellt, geht weit über das übliche Schulprogramm hinaus. Die Vorbereitungen für das Musical, erzählt die Pädagogin, hätten bereits im Juli des vergangenen Jahres begonnen. In Oberhausen haben die Schüler das Original angeschaut und Anregungen und Tipps mit in ihre Schule genommen. Vorausgegangen ist ein schulinternes Casting im Mai des vergangenen Jahres, die Schüler hatten sich beworben, gesungen und vorgesprochen. "Ich habe dann geschaut, welcher Typ zu welcher Rolle passt", erzählt die Lehrerin.

Bis das Stück endgültig "im Kasten ist", dauert es freilich seine Zeit. Es folgten Stimmproben, Bandproben, Sprech- und Tanzproben mit den Lehrern. Bei der Probe ahnt man, welch enormer Aufwand hinter der Inszenierung steht. Blitzschnell wechseln die Laienschauspieler die Kostüme und entführen als singende Matrosen ("Alles im Griff auf den sinkenden Schiff") auf das "Kreuzfahrtschiff". Die Geschichte des Musicals, das im Jahr 2007 in Hamburg Weltpremiere feierte, handelt von drei unterschiedlichen Paaren. Es geht um Liebe, Karriere, Träume im Alter und ein schwules Pärchen, das im ach so ehrenwerten Haus wohnt.
Und natürlich gibt es reichliche Kostproben der legendären Udo-Jürgens-Songs von "Aber bitte mit Sahne" bis hin zu "17 Jahr, blondes Haar". Den Schülern macht das Singen und Spielen totalen Spaß, die Rollen scheinen auf den Leib geschneidert zu sein.

Flott und temporeich, aber auch melancholisch

Es geht aber nicht nur flott und temporeich in dem Stück zu, sondern auch ruhige und nachdenkliche Töne klingen an. "Jetzt kommt die Stelle, wo das Publikum zu Tränen gerührt wird", sagt Steffi Berg, während das "schwule Pärchen" zum Mikrofon greift. Steffi Berg, die Lehrer, die hinter ihr stehen und natürlich die Schüler legen großen Wert darauf, dass alles wie am Schnürchen klappt, wenn sich im Juli der Vorhang zu den Vorstellungen öffnet. Wer meint, bis dahin sei noch viel Zeit, den belehrt Steffi Berg schnell eines Besseren. Die Lehrerin schüttelt energisch den Kopf: "Die Wochen vergehen ganz schnell und Ferien sind auch noch", sagt sie.

Zeitplan Das Musical wird erstmals in der neuen Turnhalle der sanierten Schule aufgeführt. Die Vorstellungen finden an mehreren Tagen im Zeitraum von Donnerstag, 17., bis Samstag 19.Juli, statt. Der Kartenvorkauf beginnt ab Mitte Mai auf der Homepage der Schule unter www.rscoburg2.de.