Die reine Nachricht wird den Mitgliedern des Meederer Gemeinderates nicht gefallen: Beim Namensgebungsverfahren für die geplante Raststätte auf der A 73 bei Drossenhausen ist es nicht vorgesehen, dass einzelne Gemeinden angehört werden. Auch nicht Meeder, auf dessen Gemeindegebiet die Raststätte liegen wird.
Das hat Landrat Michael Busch (SPD) am Mittwochnachmittag bei einem Pressegespräch im Landratsamt betont. Anlass für Buschs Klarstellung war das Bestreben aus Meeder, für die Raststätte den Namen "Lange Berge" durchzusetzen - entgegen dem Meinungsbild, das das Landratsamt zur Namensgebung vermitteln wird. Das geht nämlich Richtung "Coburger Land".
Der Landrat betonte allerdings, dass es kein von ihm geborenes "Hirngespinst" sei, den Namen "Coburger Land" an die übergeordneten Behörden weiterzuleiten. Er habe sich unter anderem mit dem Kreisausschuss, dem Tourismusverein Coburg-Rennsteig und Regionalmanagement kurz geschlossen und dabei klar signalisiert bekommen: Wolle man über den Tellerrand hinaus schauen, sei "Coburger Land" die erste Wahl. Das sieht offensichtlich IHK zu Coburg, so. Von der heftigen Kritik aus dem Meederer Gemeinderat aufgeschreckt, schrieb IHK-Friedrich Herdan gleich am Mittwochmittag an das Landratsamt: "Die Anlage ist deshalb hervorragend geeignet, den Bekanntheitsgrad der gesamten Coburger Region als Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensraum sowie als touristische Destination zu fördern." Kurz: Auch die Wirtschaft ist der Meinung, dass "Coburger Land" an der Raststätte stehen sollte.
Obwohl das Planfeststellungsverfahren für den Weg zur Baugenehmigung noch nicht begonnen hat, gab es laut Busch bereits eine Anhörung zur Namensgebung. Daran nahmen das Landratsamt, das Staatliche Bauamt sowie Vertreter des Polizeipräsidiums teil. Gespräche mit dem Meederer Bürgermeister, Bernd Höfer (CSU), folgten danach - mit dem Wissen, dass sich der einst als Arbeitstitel befindliche Name "Lange Berge" in Meeder großer Beliebtheit erfreut. Für Höfer gab es aber auch die klare Ansage, dass die Gemeinde nicht als Teil des Namensgebungsverfahrens vorgesehen ist. Ob der Gemeinderat diese Tatsache vor seiner Abstimmung bekannt gewesen sei, vermochte der Landrat nicht zu sagen.Die in den Gesprächen geborene Kompromisslösung des Landratsamtes, der Raststätte die Doppelbenennung "Coburger Land/Lange Berge" zu verpassen, scheiterte bei den staatlichen Behörden. Denen war das zu lang.
"Selbstverständlich", sagte Busch, werde das Landratsamt als Behörde nun "Coburger Land" ins Namensgebungsverfahren einbringen. Dass die Raststätte am Ende so heißen wird, heißt das aber noch lange nicht. Über die Autobahndirektion Nordbayern über das bayerische Verkehrsministerium wird am Ende ein Vorschlag ans Bundesverkehrsministerium gelangen. Ergo: Entschieden wird in Berlin.


Vielleicht zwei Tafeln?

Sollte der Titel "Coburger Land", eine große Überraschung wäre es freilich nicht, zum Tragen kommen, würde sich der Landrat freuen: "Es wäre eine gute Möglichkeit, um für das Coburger Land Marketing zu betreiben." Der Blick von Drossenhausen hinab Richtung Veste Coburg sei schließlich einmalig und werde den Autofahrern nach einer Pause sicher in Erinnerung bleiben. Auf die "Langen Berge", so schlug der Landrat offensichtlich mit Rückendeckung der Autobahndirektion vor, könnten dann ja zumindest zwei der großen, braunen touristischen Informationstafeln hinweisen.

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