Hilfe bringt nicht immer nur Lob ein. Untersiemauer Feuerwehrleute fühlen sich nach ihrem über acht Stunden währenden Einsatz beim Starkregen an Christi Himmelfahrt schlecht behandelt. Deshalb wollen sie sogar mit ihrem Ehrendienst aufhören.
Vollgelaufene Keller, die ausgepumpt werden mussten, Verkehrsabsicherung, Straßensperren und -reinigungen sind die Bilanz der Starkregenfälle am Himmelfahrtstag - und Schlamm, wohin das Auge sah. Selbst Schafe mussten eingefangen werden. Deshalb war wieder einmal die Gemeinderatssitzung im Rathaus von interessierten Bürgern gut besucht. Grund: der kurzfristig am Donnerstag eingeschobene Tagesordnungspunkt über den Einsatzbericht der gemeindlichen Feuerwehren.

Regenfälle von 40 bis 60 Litern pro Quadratmeter innerhalb von 30 Minuten machten den Einsatz von sechs Wehren mit 83 Wehrleuten notwendig. Dazu kamen viele Anwohner und Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs. Der Einsatz dauerte von etwa 16 bis 0.30 Uhr. "Die Schäden sind beträchtlich", sagte Bürgermeister Rolf Rosenbauer. Er dankte allen Helfern für deren selbstlosen Einsatz.


Einige wurden während des Einsatzes beschimpft

Während auf der einen Seite den Helfern zwischendurch sogar Kaffee gebracht wurde, mussten sie andererseits Beschimpfungen hinnehmen. Ein Feuerwehr-Kommandant berichtete, dass drei seiner Kameraden sogar mit dem Gedanken spielten, sich wegen Beleidigungen und Drohungen abmelden zu wollen. Das bewog den Bürgermeister dazu, in den nächsten Tagen mit den Beteiligten persönlich zu sprechen, um die Wogen zu glätten, wie er ankündigte.

Polizeidirektor Joachim Mittelstädt stellte dem Gremium den Jahresbericht 2017 der Polizeiinspektion Coburg vor. Laut dessen Aussage ist die Sicherheitslage in Untersiemau sehr gut. Die Kriminalitätsbelastung sei am unteren Ende im Coburger Landkreis. Die Verkehrsunfallstatistik liege ebenfalls im unteren Bereich. Während die Unfallzahlen leicht gestiegen seien, sei bei Personenschäden ein Rückgang zu vermelden.


Aufgehoben und neu gefasst

Für die Teilerschließung des Gewerbegebiets Nord und die Erschließung des Zentrums zwischen Pyramidenweg und Neue Heimat wurde der Beschluss vom April aufgehoben und ein neuer gefasst. Die Bauarbeiten soll nun ein Eisfelder Unternehmen für 883.000 Euro ausführen. Wie vom Ausschuss für Infrastruktur, Bauen und Umwelt (IBU) empfohlen, beschloss der Gemeinderat, den Bürgermeister zu ermächtigen, geeignete Angebote für das Regenüberlaufbecken in Scherneck einzuholen. Diese betreffen den Einbau eines neuen Beckenreinigungssystems, eine neue Schaltanlage sowie die Umzäunung des Areals.

Einverstanden sind die Ratsmitglieder mit dem Neubau einer Lager- und Unterstellhalle auf dem Grundstück Bahnhofstraße in Untersiemau.

Im Gemeindeteil Ziegelsdorf soll demnächst eine Ortsversammlung anberaumt werden, bei der ein neuer Ortssprecher gewählt werden kann. Der Termin wird im Gemeindeblatt bekannt gegeben.


Straßen erhalten Namen

Die vorgesehene Erschließungsstraße vom "Pyramidenweg" in südlicher Richtung zur "Neuen Heimat" wird den Namen "Sophienstraße" erhalten. Gegen zwei Stimmen entschieden sich die Räte dafür. Die Untersiemauer Pyramide, am Beginn des gleichnamigen Wegs, wurde im Jahr 1799 im Auftrag von Herzog Ernst Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld errichtet. Anlass war das 50-jährige Bestehen der Ehe mit seiner Frau Herzogin Sophia-Antoinette aus Wolfenbüttel. Da die neue Straße kurz nach dem Obelisken abzweigt, erhält nun diese Verbindung den Namen "Sophienstraße".
Ein weiterer neuer Straßenname wurde für den Gemeindeteil Birkach am Forst vergeben. Die Erschließungsstraße vom Abzweig-Platz "Herrenleite" in südlicher Richtung zur Einmündung "Siemauer Straße" soll nach dem Willen des Gemeinderats in Zukunft "Spergenberg" heißen. So heiße diese Gegen schon seit längerer Zeit bei den Birkachern. Der Name Spergenberg setzte sich bei der Abstimmung durch gegen die Bezeichnung "Büttnerweg". In dieser Gegend sei nämlich in früheren Zeiten das Fassmacher-Handwerk zu Hause gewesen, erläuterte Rolf Rosenbauer.