Es war 1990 schon eine Sensation: Ausgerechnet Coburg hat den jüngsten Oberbürgermeister Deutschlands. Erst in der Stichwahl setzte sich Kastner gegen Richard Dlouhy (CSU) durch. Dann blieben noch rund vier Wochen, sich auf das Amt vorzubereiten. In der konstituierenden Stadtratssitzung wurde Kastner vereidigt (Foto 1). Der junge OB machte so ziemlich alles mit, was von einem Stadtoberhaupt verlangt wird, seien es Schirmherrschaften über Papageienausstellungen (1992, Foto 2) oder Hubschrauberflüge (3).

Er posierte mit historischem Polizeihelm (Foto 4, 1999), saß im Radiostudio (5) und gehörte am 9. April 2000 erstmals zu den Verlierern (6): Die Coburger hatten dem großen Einkaufs- und Freizeitzentrum auf der Lauterer Höhe mit knapper Mehrheit eine Absage erteilt. Zum früheren Sonneberger Landrat Reiner Sesselmann pflegte Kastner ein gutes Verhältnis (7), und natürlich trat er auch beim BGS an, wenn das gewünscht war (8). Nerven kostete zwischen September 2006 und April 2007 die Auseinandersetzung ums neue Innenstadtkonzept (9).

Erfreulicher dagegen die Freigabe der Autobahn (10) oder der erste Aufstieg des HSC 2000 in die 2. Handball-Bundesliga. Kastner verfolgte in seiner Zeit als HSC-Präsident so gut wie jedes Heimspiel (11).
2008 wurde er im ersten Wahlgang zum dritten Mal wiedergewählt (12), trotz einer aufwendigen Werbekampagne der CSU-Kandidatin. 2012 entrann die Stadt beim Brand in der Herrngasse nur knapp einer Katastrophe (13, Kastner im Lagezentrum). 2014 schließlich verabschiedet er sich freiwillig aus dem Amt (14). Fotos: CT-Archiv