Eine Sorge weniger für die Wohnbau: Der Gebäudekomplex im Heimatring 56 samt Parkflächen ist verkauft. Ein Immobilien-Unternehmen aus Sonneberg hat den Zuschlag für das rund 3000 Quadratmeter große Areal erhalten. "Wir haben den Preis erzielt, den die Wirtschaftlichkeitsberechnung im Vorfeld veranschlagt hatte", sagt Wohnbau-Geschäftsführer Christian Meyer. Der Erlös, der erzielt wurde, fließt jetzt in die Ketschenvorstadt, wie Meyer sagte. "Wir müssen uns wieder auf unser Kerngeschäft konzentrieren", betont er. Gemeint ist damit, den Coburgern sicheren und günstigen Wohnraum anzubieten.

Die Vielzahl der Aufgaben, angefangen von der Sanierung der Ketschenvorstadt (Investitionsvolumen von 14 Millionen Euro), über das Projekt soziale Stadt Wüstenahorn (acht Millionen) bis hin zu den neuen energetischen Vorgaben, fordere geradezu ein Umdenken: So genannte "Kostenfresser" sollen abgestoßen werden. Das betrifft nicht nur das Objekt im Heimatring, auch von anderen vereinzelten Wohnungen und Häusern in der Innenstadt will sich die Wohnbau trennen. "Wir sind ein wirtschaftliches Unternehmen und unseren 3000 Mietern verpflichtet. Unser aktueller Auftrag vom Aufsichtsrat ist es, den Bestand zu optimieren und unseren Besitz zu bereinigen. Konkret bedeutet das, sich von nicht mehr rentablen Objekten zu trennen."

Auf einer überdimensionalen Exceltabelle auf seinem Schreibtisch sind die Adressen rot markiert, die auf dem Prüfstand stehen. Und das sind eine ganze Menge! Genaue Zahlen will Meyer nicht nennen.

Bestandschutz für die Mieter

Meyer befürchtet einen Aufschrei der Mieter und Anwohner des Heimatringes. Dabei stellt er aber klar: "Im Vertrag haben wir einen Bestandsschutz für die Mieter vereinbart. Es wird sich also zunächst für die Mieter nichts ändern." Und den Anwohnern sei versichert: "Wir lassen den Heimatring nicht im Stich. Langfristig investieren wir dort in umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen."

Das Objekt Heimatring 56 ist seit Jahren in der öffentlichen Diskussion. Nachdem das Lebensmittelgeschäft im Erdgeschoss gekündigt hatte, war man auf der Suche nach einem Nachmieter, bevorzugt einem Nahversorger. Doch das erwies sich als äußerst schwierig. Auch der Zustand des Gebäudes ließ jede Menge Wünsche offen. Eine Sanierung kam jedoch nach Berechnungen der Wohnbau nicht mehr infrage. Der neue Mietpreis, der hätte verlangt werden müssen, wäre unrealistisch hoch geworden.

Ein privater Investor habe da ganz andere Möglichkeiten, meint Meyer. Er geht davon aus, dass das Gebäude noch zehn bis 15 Jahre bei kleineren Sanierungsmaßnahmen "haltbar" ist. Danach wird man sicherlich sehen müssen. Die große Parkfläche, die zu dem Grundstück gehört, wurde mit veräußert, so dass dem Investor dann nach einem möglichen Abriss 3000 Quadratmeter Baugrund zur Verfügung stehen.

Ausschlaggebend für den Verkauf war auch die Option, dass die "Tafel" Interesse angemeldet hatte und dort in den ehemaligen Lebensmittelmarkt einziehen wollte. Es habe Gespräche sowohl mit der Wohnbau als auch mit dem neuen Vermieter gegeben. Davon ist im Moment, so Meyer, allerdings keine Rede mehr.
Der neue Besitzer hat auf seiner Internetseite die 600 Quadratmeter große Ladenfläche für 1300 Euro zuzüglich Nebenkosten ausgeschrieben.

Übrigens, ausgeschrieben war das Objekt bereits seit Frühjahr: "Wir haben das Objekt auf unserer Internetseite und über einen Coburger Makler angeboten", betont der Geschäftsführer.