Am Freitag soll sich der Investitions- und Lenkungsausschuss (so heißt die Sparkommission offiziell) erneut mit dem Thema befassen. Zumindest die Christlich-Sozialen Bürger (CSB) haben ihre Überlegungen schon abgeschlossen: Eine Mitgliederversammlung habe beschlossen, dass es keine höheren Hallenmieten geben soll, teilte CSB-Geschäftsführer Christian Müll er gestern mit. Er ist gleichzeitig Vorsitzender der vierköpfigen Stadtratsfraktion.

Vier Stadträte machen noch keine Mehrheit. Aber auch die beiden großen Fraktionen SPD (16 Mitglieder) und CSU (10) zeigen wenig Neigung, die Sportvereine weiter zu belasten. Thomas Nowak (SPD) verweist auf die anstehende Sparkommissionsitzung. Deshalb habe sich die SPD mit dem Thema noch nicht befasst. Hans-Herbert Hartan (CSU) will, "dass es fair und gerecht zugeht": "Es muss eine gerechte Lösung gefunden werden, sodass Vereine, die eine eigene Halle unterhalten müssen, nicht schlechter oder besser gestellt werden als einer, der keine eigene Halle unterhält."

Noch nichts entschieden

Ansonsten betont auch Hans-Herbert Hartan, dass noch nichts entschieden sei. Oberbürgermeister und Sportreferent Norbert Kastner (SPD) will am Freitag vorschlagen, "eine weitere Erhöhung nicht durchzuführen". Einige Sportvereine würden damit über ihre Leistungsfähigkeit hinaus belastet, vor allem die großen mit vielen Abteilungen und Traingsgruppen wie Coburger Turnerschaft und TV 1848. Beide haben keine eigenen Sporthallen und sind daher auf öffentliche Sportstätten angewiesen. Was die von Hartan erwähnte Gerechtigkeit angehe, so habe die Stadt Vereine mit eigenen Hallen stets unterstützt. Kastner erinnerte in diesem Zusammenhang an die Zuschüsse und Kredite für die Sanierung der Scheuerfelder Turnhalle. Eigene Hallen betreiben außerdem der TV Neuses, der TSV Kortendorf und der TV Ketschendorf.

Vorausgegangen waren Proteste der Sportvereine, die in diesem Jahr gerade erst eine Verdopplung der Hallenpauschalen verkraften müssen. Umgerechnet auf die Nutzung zahlen die Vereine derzeit 1,39 Euro pro Hallenstunde, hat Sportverbandsvorsitzender Jürgen Heeb ausgerechnet. Käme zu dieser Pauschale noch eine Hallenmiete von drei Euro je Stunde, wäre das nahezu eine Verdreifachung der Kosten.

Auffangen könnten die Vereine diese Kosten nur, indem sie ihre Beiträge erhöhen. Doch damit riskieren sie Austritte, sagt Jürgen Heeb. "Man will zwar im Verein qualifiziertes Personal und schöne Sportstätten, aber nicht so viel bezahlen wie im Fitness-Studio oder für einen Sportkurs."