Es riecht stark nach Weihrauch im Rathaus. Aus dem zweiten Stock sind Kinderstimmen zu hören. Die sicheren Zeichen, dass die Sternsinger da sind. Bevor sie von Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD) empfangen werden, erkundigt sich Markus Mai, wo die Rauchmelder sind. Er schwenkt das Weihrauch-Fass und habe damit schon einmal einen Alarm ausgelöst - im Seniorenheim St. Josef. Doch im Rathaus besteht keine Gefahr.
Norbert Kastner lächelt und sagt: "Ihr sitzt auf den Plätzen der Stadträte, ihr könntet selbst welche sein." Dann lobt er den Einsatz der Sternsinger beim Geldsammeln zu Gunsten der Kinder in Tansania und wünscht Erfolg.

Tobias Bielert, Pastoralreferent bei der Gemeinde St. Marien, sieht viele Gemeinsamkeiten zwischen Stadt und Kirche. "Beide setzen sich für eine gerechte und faire Gesellschaft ein." Die Kirche, indem sie das afrikanische Tansania unterstütze, die Stadt, weil sie sich der Aktion "Cities for Life" gegen die Todesstrafe angeschlossen habe. Und dass Coburg sich laut gegen Neonazis artikuliert habe, sei ein Segen für viele Menschen, sagt Tobias Bielert.


Spaß am Helfen

Dann sprechen vier Sternsinger den Hausbesuchstext, während Markus Mai das Weihrauch-Fass schwenkt. Luis Seibold findet, dass der Text nicht schwer zu lernen ist. Er nimmt aber auch schon zum zweiten Mal an der Sternsinger-Aktion teil. "Es macht mir Spaß, viel Geld zu sammeln, damit wir die Kinder in Tansania unterstützen können", sagt er. Auch Veronika Sigarev findet es gut, anderen helfen zu können. Die Vorbereitungszeit auf den Einsatz, das Lernen des Textes und das Üben der Lieder, ist für sie deshalb keine Belastung. Am Sonntag, dem Dreikönigstag, haben die 60 Sternsinger richtig zu tun. In der Gemeinde St. Augustin haben 100 bis 120 Gläubige einen Hausbesuch bestellt, bei St. Marien 70 bis 80. Am Freitag gab es die letzte Möglichkeit, einen Besuch zu ordern. "Wir gehen aber auch zu Menschen, die nicht angefragt haben, den Segen aber brauchen, weil sie zum Beispiel krank sind", erzählt Tobias Bielert.

Dann stürmen die Sternsinger die Bratwurstbude auf dem Marktplatz. Vom Oberbürgermeister haben sie zuvor einen Gutschein für eine kleine Stärkung bekommen, bevor sie sich auf den Weg zurück in ihre Gemeinden machen.