Als die Erlanger Immobilienfirma Sontkowski & Partner im September vergangenen Jahres ihre ausgereiften und fertigen Pläne zum Umbau des ehemaligen Autohauses im Sonntagsanger vorstellte, war der Bau und Umweltsenat schlicht begeistert. Zurzeit wird das frühere Autohaus abgebrochen. In den beiden denkmalgeschützten Backsteinbauten entstehen die Hotel-Lobby sowie eine Bio-Lebensmittelmarkt und ein Café, daneben ein Hotel mit 135 Zimmern sowie 28 Mietwohnungen.

Was die Mitglieder des Bausenats damals auch glücklich machte, war ein Fußgängersteg über die Itz zum Mühldamm und entlang des Flusses in Richtung alter Judenbrücke ein Geh- und Radweg. Am Mittwoch wollte und sollte der Bausenat den öffentlichen Geh- und Radweg über das Gelände absegnen, denn in der Zwischenzeit haben sich einige Veränderungen ergeben. So hat der Investor auch das Grundstück der benachbarten früheren Spedition Jacob erworben und will dort ebenfalls Wohnungen bauen. Zwischen den beiden Grundstücken - ehemaliges Autohaus und früherer Spedition - sollte nun der Weg von dem Fußgängersteg zum Sonntagsanger führen. Ersatzlos gestrichen war dafür der noch vor Jahresfrist vorgesehene Weg entlang der Itz. Als Gründe nannte Baubürgermeisterin Birgit Weber (CSU) zu wenig Platz entlang des Ufers. Nach den Vorschriften müsse ein Geh- und Radweg 2,50 Meter breit sein. Man werde an der Hotelterrasse schon vorbei laufen können, aber es sei kein öffentlicher Weg.

Das veranlasste besonders die radaffinen Stadträte, mit höchster Trittfrequenz argumentativ dagegen zu stürmen. Von einer "ätzenden Salamitaktik" und dem Gefühl, "verschaukelt" zu sein, sprach SPD-Stadtrat Andreas Gehring; das Ziel, die Itz erlebbar zu machen, löse sich wieder einmal auf, grummelte Wolfang Weiß (Grüne), und mit den Worten "ausgesprochen bedauerlich" machte Peter Kammerscheid (Pro Coburg) seinem Missmut Luft. "Warum an den engen Stellen nicht einen Steg über die Itz bauen?", suchte CSU-Stadtrat Max Beyersdorf die "unglückliche Lage" zu lösen, während Parteikollege Jürgen Oehm ein entsprechendes Gespräch mit dem Investor forderte.

Der Diskussion machte SPD-Frau Petra Schneider ein Ende. Sie beantragte, das Thema abzusetzen und mit der Erlanger Firma nachzuverhandeln. Dazu, so begründete sie den Antrag weiter, müsse der Fußgängersteg nach den Maßgaben der Stadt gebaut werden.

Zwar wird dieser Steg ein Geschenk an die Stadt sein, aber weil diese den Unterhalt und Winterdienst machen wird, fordert man eine dauerhafte Stahl- und keine Alukonstruktion. Schließlich sieht der aktuelle Plan noch zwei rechtwinklige Kurven im Verlauf des Weges zum Sonntagsanger vor. Hier ist der Senat für Geradlinigkeit und sprach sich einmütig dafür aus, das Thema später zu behandeln.

Lüftung der Halle

Die frühere Stückguthalle auf dem alten Güterbahnhof-Gelände wird mit quer unter der Decke angebrachten Wärmeleisten beheizt werden. Für Frischluft sollen gewickelte Rohre rechts und links unter dem Dach der Halle sorgen. Der Bau- und Umweltsenat hat sich am Mittwoch einmütig für diese Art der Installation ausgesprochen, um die Eventhalle auch in der kalten Jahreszeit nutzen zu können und den morbiden Charme zu erhalten.

Als Alternative präsentierten Hochbauamtsleiter Peter Cosack und Architekt Lutz Wallenstein in der Halle an der Decke rechts und links angebrachte Deckenstrahlplatten. Dahinter waren die Lüftungsschächte und Kabelkanäle versteckt. "Technik braucht man nicht zu verstecken", meinte Stadträtin Petra Schneider (SPD) und gab damit die allgemeine Stimmung im Bausenat wieder. Zumal die getrennte Installation von Strom und Lüftung sowie Heizung nicht so wartungsintensiv ist und sich leichter reinigen lässt. Auch wirkten die Wärmestrahlplatten zu wuchtig, bei deren Ansicht es Petra Schneider nach eigenen Angaben "etwas blümerant" zumute war. Beide Installationsarten sind etwa gleich kostenaufwendig und erfüllen beide die Anforderungen.

Verschwinden werden mit der Ertüchtigung der Halle die seitlichen Dachfenster. Während das Dach selbst wärmegedämmt wird, bleiben die Wände unverändert.

Wohnhäuser in Rögen

Alles wieder auf Anfang: Im Stadtteil Rögen wollte die Stadt ursprünglich zwischen der Löbelsteiner Straße und der Straße Am Eichholz einen Erschließungsplan verwirklichen, um dort Wohngebäude errichten zu können. Aber oberhalb befindet sich der Verkehrslandeplatz Brandensteinsebene und das Luftamt Nordbayern wies vor zwei Jahren auf die Lärmbelästigung der späteren Bewohner durch die startenden und landenden Flieger hin. "Weil die Planung von einem erheblichen Konfliktpotenzial geprägt ist (...), wird die Planung eingestellt", beschloss der Senat im Jahr 2017.

Damit gab sich der die Firma Schopf & Teig aus Rödental nicht zufrieden und gab selbst eine schalltechnische Untersuchung in Auftrag. Danach werden am Tag "die Orientierungswerte der Geräuschimmissionen durch den Landeplatz unterschritten". Der Bau- und Umweltsenat hob seinen früheren Beschluss auf und befürwortete einen Vorhaben- und Erschließungsplan für das 1,4 Hektar große Grundstück. Vorgesehen sind in Rögen mehrere Doppel- und Einzelhäuser.

Das neue Gutachten geht von den am meisten angenommenen Flügen des einst geplanten Verkehrslandeplatzes in Meeder aus. Art und Weise der Berechnung ist nach Aussage des Luftamtes Nordbayern plausibel. SPD-Stadtrat Andreas Gehring mahnte an, die Ein- und Abflugschneise in den Kaufverträgen zu erwähnen, "dann weiß jeder, dass eine Lärmbelästigung möglich ist": Gegen den neuen Erschließungsplan sprachen sich Petra Schneider (SPD) und Wolfgang Weiß (B 90/Grüne) aus.

Acht Wohnungen am Hinteren Glockenberg

Die Ebensfelder Baufirma Raab hat am Hinteren Glockenberg zwei Grundstücke erworben und wird dort zwei Häuser mit insgesamt acht Wohnungen errichten. Dazu kommen noch sechs Carports und drei Garagen. Noch stehen an dieser Stelle zwei Gewächshäuser. Der Bau- und Umweltsenat gab am Mittwoch mehrheitlich grünes Licht für den Bau einer neuen Stich- und Erschließungsstraße mit einer Länge von 38 Metern und einer Breite von sechs Metern. Dazu stellt die Stadt auch Teile ihrer Grundstücke zur Verfügung.

Die Erschließungsstraße vom Hinteren Glockenberg aus ist nach den Worten von Stadtplaner Karl Baier eine Option für künftige Bauten im Wiesengrund zwischen Friedhof und Gustav-Hirschfeld-Ring. Dort sind die Kinderkrippe des Klinikums sowie am Rand die Tagespsychiatrie für Kinder und Jugendliche des Bezirks zu finden. Ob jemals dort Wohnhäuser gebaut werden, sei genauso ungewiss wie der Verbleib oder Umzug des Klinikums, so Karl Baier. "Wir wollen uns aber für die Zukunft nichts verbauen."

Vom Über-den-Haufen-werfen jahrzehntealter Grundsätze sprach Hans-Heinrich Ulmann (CSB). Begehrlichkeiten, in dieser Lage zu bauen, habe es reichlich gegeben. Bislang wollte die Stadt das Areal freihalten. Ähnlich äußerten sich Peter Kammerscheid (Pro Coburg) und Wolfgang Weiß (B90/Grüne). Der Natur- und Klimaschutz werde vergessen, begründete Weiß seine Ablehnung.

Fahrradscheune in der Schenkgasse

Die letzte noch erhaltene Scheune in der Steinwegvorstadt in der Schenkgasse schlummert seit Jahren in einem Dornröschenschlaf, wobei der bauliche Zustand immer schlechter wird. Künftig sollen dort Fahrräder sicher abgestellt werden können. Der Bau- und Umweltsenat ermächtigte jetzt die Wohnbau, den Umbau der Scheuen zur Fahrradstation weiter zu betreiben. Für Gesamtkosten von 303.000 Euro ist vorgesehen, einen Teil der 110 Quadratmeter großen Fläche an Innenstadtbewohner zu vermieten, die dann dort ihre Fahrräder in einem gesicherten Bereich abstellen können. Der Mittelteil der Scheune soll Lastenfahrräder, Fahrradanhänger, eine Luftfüllstation sowie 18 Schließfächer und Ladestationen für die Akkumulatoren von E-Bikes aufnehmen. Insgesamt sind bis 68 Stellplätze für Fahrräder im Doppelstocksystem geplant. Der Zugang erfolgt über ein Drehkreuz, eine Videoüberwachung und entsprechende Beleuchtung sollen Übergriffe und Kriminalität verhindern. Das Projekt wird mit 75 Prozent vom bayerischen Verkehrsministerium unterstützt.

Der Finanzsenat hatte einen Tag zuvor die Mittel für die Fahrradscheune freigeben. Nach den Worten von Ullrich Pfuhlmann von der Coburger Wohnbau sollen die Arbeiten im September beginnen. Die Betriebskosten bezifferte er auf etwa 5500 Euro jährlich, mit einem Defizit zwischen 1000 und 2000 Euro müsse gerechnet werden.

Thema Globe vertagt

Ein Antrag von SPD-Stadträtin Petra Schneider zum Umfang der Außenanlagen des geplanten Globe-Theaters sowie die Genehmigungsplanung dafür standen ursprünglich auf der Tagesordnung des Bau- und Umweltsenats. Weil es "noch Nachjustierungen in formalen Dingen gibt", werden diese Themen in der Septembersitzung des Bausenats behandelt, so Bürgermeisterin Dr. Birgit Weber.