Angeblich gibt es immer noch Menschen, die sich ein zünftiges Oktoberfest nur in München vorstellen können. Wenn man freilich zwei,drei Buchstaben vertauscht, dann wird aus dem Oktoberfest flugs ein "OktOPAfest", das ausgelassene Bierzeltstimmung zumindest für einen feierseligen Abend nach Coburg holt. Was im Millionendorf München die "Wiesn" ist, das ist in Coburg der Schlossplatz. Hier präsentiert die "Original Prinz Albert Blasmusik" (OPA) ihr erstes Coburger "OktOPAfest".

Großes Festzelt vor den Arkaden

Nach dem Probelauf im vergangenen Jahr in Rödental lockt die Gaudi im großen Festzelt vor den Arkaden rund 900 Gäste an, die in weiten Teilen offenkundig bestens darüber informiert sind, was die Kleiderordnung für ausgelassene Feierstimmung mit Blasmusik und Maßkrugstemmen vorsieht. Dirndl und Trachtenjacke bestimmen optisch die Szenerie. "Original Prinz Albert Blasmusik" - unter diesem Etikett haben sich ehemalige Albertiner seit einigen Jahren der Pflege bevorzugt stimmungsvoller Blasmusik verschrieben. Nach den Anfängen mit Auftritten zur Osterzeit ist der "Original Prinz Albert Blasmusik" der Saal im "Münchner Hofbräu" längst viel zu klein geworden.

Kein Wunder, hat das Ensemble um den Trompete spielenden OPA-Initiator Christian Limpert doch längst seine ganz eigene Art und Weise gefunden, Bierzelt-Kracher und melodisch eingängige Blasmusik zu interpretieren. Das Publikum lässt sich denn auch keineswegs irritieren durch die per Videoprojektion eingeblendete selbstironische Warnung "Für falsche Töne oder Harmonien übernehmen wir keine Haftung".

Die Stimmung jedenfalls ist schon reichlich ausgelassen, bevor der Gerstensaft seine beflügelnde Wirkung entfacht. Lautstark schallen nicht nur die Prosits auf die Gemütlichkeit, sondern auch Hits von Helene Fischer durch die Nacht - fast bis hinunter zum Kongresshaus, wo beinahe zeitlich Urban Priol bei seinem ausverkauften Herbst-Gastspiel seine kabarettistische Stellungnahme zur politischen Großwetterlage serviert.