Wobei es eine Einschränkung gibt: Das "Band der Wissenschaft, Technik und Design" ist vom Grundsatz her beschlossene Sache. "Wir wollen dort im Prinzip Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen." Damit, sagt Ulmann, sei auch klar, was am Güterbahnhof nicht entstehen wird: Weder Flächen für den Handel noch ein Festplatz. Auch als Behelfsparkplatz, wie Teile des Areals jetzt von der Hochschule und von der Firma Brose genutzt werden, seien die rund sechs Hektar eigentlich zu wertvoll.

Das Areal ist kompliziert geschnitten: Im Osten bildet die Itz eine natürliche Grenze, um Westen die Bahngleise. Im Süden endet die Fläche, grob gesagt, am Firmenareal Max Carl. Eine Zufahrt gibt es nur vom Norden her. Weil diese Zufahrt am Schlachthof vorbei führt, ließ Ulmann seine Stadtplaner über neue Itzbrücken nachdenken: Möglich wäre sowohl eine Verlängerung der Karche- als auch der Ernst-Faber-Straße.

Doch dann hat die Stadt im Juli ihren Schlachthof geschlossen. Somit, so Ulmann, ergebe sich eine völlig neue Situation. "Ich würde das Areal zunächst von der Frankenbrücke her entwickeln wollen, weil ich da schon Erschließung habe." Denkmalgeschützt sei nur das Verwaltungsgebäude des Schlachthofs. "Den Rest würde ich abreißen." Eine neue Brücke über die Itz sei der mögliche zweite Schritt, um das Gelände anzubinden.

Zwar gebe es ungefähre Skizzen, wo Straßen verlaufen könnten - auch, um damit Flächen zu bedecken, unter denen Altlasten vermutet werden. Aber veröffentlichen will Ulmann diese Entwürfe nicht - sie wurden ja noch nicht einmal im Bau- und Umweltsenat diskutiert. Abgesehen davon, will er die weitere Planung für das Areal von der Nachfrage abhängig machen, denn die werde die Entwicklung bestimmen: "Interessenten können sich alle bei mir melden."

Selbst investieren für das "Band der Wissenschaft" werde die Stadt vermutlich nicht, meint Ulmann. "Ich würde es nicht ausschließen, aber derzeit haben wir die Finanzmittel nicht. Es verbietet sich, innerhalb der nächsten zwei Jahre darüber nachzudenken." Doch ob überhaupt Eile vonnöten sei, bleibe abzuwarten.

Die Entwicklung des Hofbräu-Areals habe schließlich auch zehn Jahre gedauert, sagt der Baureferent. Genauso lange verhandelte die Stadt über den Kauf des Güterbahnhofs. Erst einmal habe die Bahn feststellen müssen, wie viel von dem Gelände sie in Zukunft noch selbst braucht, berichtet Ulmann. Abgesehen davon hätte die Stadt auch gern einen Streifen westlich des Bahnhofs, am Weichengereuth, um die B 4 verbreitern zu können. Ulmann: "Da ist im Moment auch Bewegung drin."