Auf der kleinen Bühne wartet ein regelrechtes Arsenal an Musikinstrumenten auf seine Erweckung: Geige und Trompete, Akkordeon und Banjo, E-Bass und Maultrommel, Kontrabass und Schlagzeug, Klarinette und Mundharmonika.

Spielerisches Duellieren

Wenn das Quintett mit dem ungewöhnlichen Namen "Tram des Balkans" dann aber auf dem Podium steht, beginnt von einer Sekunde auf die andere ein zart-wildes Musizieren, das immer wieder vom wunderbar harmonischen Miteinander umkippen kann in ein spielerisches Duellieren beispielsweise von Geige und Klarinette.

Wie ein Atemholen

Vincent Westphal, Diego Meymarian, Vincent Gaffet, Sylvain Lacombe und Mathieu Cervera treiben sich immer wieder zu immer schnellerem, immer intensiverem Musizieren. Ihr Spiel ist ein unaufhaltsames Spiel mit dem ewigen Puls der Musik. Jedes Verlangsamen, jedes Innehalten ist nur ein Atemholen, das Anlauf nimmt zur nächsten Beschleunigung.

Klezmer trifft Pop

"Das ist wie eine Reise mit dem Orient-Express", verspricht Antoinetta Bafas als künstlerische Leiterin der Reihe "Leise am Markt" in ihrer Begrüßung. Genau das erleben die begeisterten Zuhörer in den folgenden gut zwei Stunden. Sinti- und Roma-Klänge treffen Klezmer, dazwischen begegnen sich dreistimmige Vokalkunst der Renaissance und Pop-Songs ebenso selbstverständlich wie stilsicher.

Rascher Wechsel

Vokales und Instrumentales vermischt und durchdringt sich immer raschen Wechsel, schwindelfrei in die Höhe steigendes Jodeln trifft auf abgrundtiefen Bassgesang.

Verwandlungskünstler

Die fünf Musiker sind allesamt Verwandlungskünstler. Sie treiben sich immer wieder gegenseitig an und begeistern sich an ihrem eigenen Gesang, ihrem eigenen Musizieren.

Melancholischer Walzer

Verwandlungskünstler sind die Mitglieder von "Tram des Balkans" aber auch, wenn sie mit einem melancholischen Walzer das Publikum in eine selbstvergessen tanzende Menge verwandeln.

Jubel über Jubel und Zugabe auf Zugabe zum endgültigen Abschluss eines faszinierenden Abends - Interpreten und Zuhörer im Sog der Musik.

Die Geschichte einer ungewöhnlichen Band

"Tram des Balkans" wurde 2002 gegründet. Anders als ihr exotischer Bandname vermuten lässt, stammen die Musiker nicht aus dem Balkan, sondern aus Frankreich. Die fünfköpfige Band verbindet Klänge aus dem Balkan, aus Irland, Russland, Tschechien, Tibet, Rumänien, Schottland und aus Frankreich. Stilistisch kombinieren sie Klezmer, Roma-Musik, Jazz, Pop und Rock direkt in die Tanzbeine. ct