Zum Auftakt ein Heimspiel. Für die Premiere seines neuen Programms "Hüften aus Gold" hat sich das Duo "Streckenbach & Köhler" das Coburger "Haus Contakt" ausgewählt. Schon mit dem Titellied ziehen André Streckenbach und Alexander Köhler das Publikum im ausverkauften Saal entschlossen auf ihre Seite. Die selbstironischen Seitenhiebe auf den Schlankheitswahn bescheren dem Duo gleich die ersten deutlichen Ausschläge auf der Heiterkeitsskala.

"Hüften aus Gold" - der Titel suggeriert einen programmatischen roten Faden, der durch den ausgedehnten Abend führt. Doch eigentlich gibt es diese inhaltliche Verbindung nur ansatzweise, ohne dass sie wirklich fehlen würde. Denn "Streckenbach & Köhler" gehen nicht ernsthaft mit irgendwelchen Botschaften hausieren. Sicher, sie amüsieren sich ganz ungeniert über den Drang zum Biogemüse und platzieren nette Seitenhiebe zum Thema Facebook und der grassierenden Manie, banalste private Aktivitäten der ganzen Welt mitteilen zu wollen.

Musik-Clowns

Letztlich aber geht es den Beiden um die Kunst der Persiflage. Wie soll man sie eigentlich titulieren? Es gibt Momente, da agieren "Streckenbach & Köhler" tatsächlich wie Musik-Kabarettisten. Doch letztlich erinnern sie viel mehr an klassische Musik-Clowns, auch wenn ihr Outfit dem zu widersprechen scheint.

Was André Streckenbach und Alexander Köhler in ihrem neuen Programm servieren, ist eine bunte Mischung aus selbstironischen Texten, flottem Klamauk und eingängigen Melodien. André Streckenbach und Alexander Köhler haben die perfekte Arbeitsteilung auf der Bühne gefunden. Streckenbach mimt den unerträglich eitlen, gnadenlos selbstverliebten Tenor, der als vokaler Gockel im Smoking über die Bühne stolziert und immer wieder hemmungslos mit seinem Publikum flirtet.

Perfekt harmonierendes Duo

Dabei ist Streckenbach ein veritabler singender Verwandlungskünstler, der den seichten Schlagertonfall ebenso beherrscht wie die große Geste des verliebten Operetten-Helden ("Dein ist mein ganzes Herz"). Selbst eine gelungene Hip-Hop-Parodie schmückt am Ende des zweiten Teils das Programm.

Den getreuen Adlatus am E-Piano gibt Alexander Köhler - eine Art dummer August im schwarzen Anzug, dem die Haare kunstvoll zu Berge stehen wie Urban Priol. In Wahrheit ist Köhler die musikalische Lebensversicherung dieses bunt gewürfelten Programms - vom schlichten Pop-Song bis zur swingenden Roger-Cicero-Hommage. Darstellerisch bildet Köhler mit Streckenbach ein perfekt aufeinander eingespieltes Duo, dessen Gags vermutlich auch gänzlich ohne Worte zünden würden - nur mit Hilfe sprechender Mimik und Gestik.
Das Publikum jubiliert am Ende eines langen Premierenabends ebenso lautstark wie ausdauernd.


Werdegang eines Künstler-Duos

Streckenbach & Köhler
Der Tenor André Streckenbach studierte Gesang an der "Hochschule für Musik Franz Liszt" in Weimar. Alexander Köhler studierte Klavierspiel an der Musikhochschule in Nürnberg. Im Jahr 2005 entstand das erste Programm des Duos unter dem Titel "Ehemannzipiert". Zwei weitere Soloprogramme (2006 "Essen macht schlank", 2008 "Bei Wasser und Brot") und unzählige Auftritte im In- und Ausland folgten. Seit 2007 spielen "Streckenbach & Köhler" auch regelmäßig auf hoher See auf Kreuzfahrtschiffen. 2008 entsteht dann das Projekt "Ein Konzertabend". Mit diesem Programm spielten sich André Streckenbach und Alexander Köhler quer durch die Republik.

Im Mai 2011 folgt die Premiere des Soloprogramms "Multiple Ohrgasmen".

Diskografie
2005 CD "Ehemannzipiert"
2007 CD "Essen macht schlank"
2009 CD "Bei Wasser und Brot"

Auszeichnungen
1. Platz Oberbayerischer Kabarettpreis 2011
1. Platz Amici Artium 2011
2. Platz Niederösterreichischer Kabarettpreis 2012
2. Platz Bayerisches Fernsehen "Franken sucht den Supernarr 2013"