Die neue Gardekönigin Julia I. war bereits vor sechzehn Jahren als kleines Mädchen hin und weg von der Tanzsportgarde Coburger Mohr: "Am Schlossplatzfest ist es um mich geschehen, da habe ich die Purzelgarde tanzen sehen", reimte die 1996 geborene Versicherungskauffrau bei ihrer Begrüßungsrede beim "Frankenmasters" am Samstagabend im Kongresshaus. Seitdem ist Julia Szadzik begeisterte Gardetänzerin.

Als oberste Repräsentantin des Vereins brauchte es ein allerdings ein ganz besonderes Outfit: Warum nicht das Brautkleid der Mutter hernehmen? Mutter Petra Szadzik, seit 2012 Vizepräsidentin im Coburger Mohr, die die Ambitionen ihrer Tochter anfangs erst als Betreuerin, später im Komitee und als Jugendwart unterstützte, gab es gerne für diesen ehrenvollen Anlass her.

Apropos Petra Szadik: Aus der Hand von Marco Anderlik, Vizepräsident des Fastnachtsverbandes Franken, erhielt sie für ihr langjähriges Engagement für den karnevalistischen Tanzsport die höchste Auszeichnung, den Till von Franken.

Auch die neue Prinzessin Emma I. stellte sich mit ihrem "Hofstaat" vor.

Beklatscht werden konnten im Anschluss die Auftritte von Jugendmariechen Nia Linn Birk und der Nachwuchsgarde sowie die Solisten-Show.

Wie in jedem Jahr zeigten die Garden eine Leistung im karnevalistischem Tanzsport auf höchstem Niveau. Nicht umsonst ertanzen sich die Sportlerinnen des Coburger Mohr in den Turnieren regelmäßig einen Platz auf dem Treppchen. Bereits bei den ersten Turnieren der neuen Session landete die Jugendgarde mit ihrer neuen Choreografie von Dominique und Ramona Scholz auf Platz eins.

Die zahlenmäßig geschrumpfte Juniorengarde hatte bereits einen langen Tag hinter sich. Bei der Fränkischen Meisterschaft in Schwabach am Morgen waren sie am Samstag zwar nicht so erfolgreich, wollen es aber beim nächsten Mal auf jeden Fall packen. Mit der von Dominique Scholz ausgearbeiteten neuen Choreografie konnte die Königsgarde bereits beim ersten Turnier punkten und ist damit für die Teilnahme an der Süddeutschen Meisterschaft qualifiziert.

Präsident Matthias Schikora machte denn auch einen "Kotau" vor Dominique Scholz und ihrer Mutter, Cheftrainerin Ramona Scholz, die seit 22 Jahren beim "Mohr" wirkt. Mit Blumen bedankte er sich für die "unschätzbare Arbeit".

Als "Schautanz der Superlative" wertete Scholz den tänzerischen Beitrag der Soul City Dancers aus Hof, den die Coburger zu Recht frenetisch beklatschten.

Doch auch die Coburger brauchen mit ihrer Leistung im Schautanz nicht hinter dem Berg zu halten: 35 Tänzerinnen präsentierten ihre Vorstellung vom schwarzen Schaf in einer weißen Herde und ernteten ebenfalls viel Beifall vom Publikum.

Auf dem "Planet der Mädchen" zeigten die Junioren ihr tänzerisches Können und seit langen Jahren wieder hat auch die Königsgarde eine Choreografie für Showtanz im Repertoire.

Viele Gäste unterstützten das Frankenmasters mit Beiträgen, so auch die Lateinformation des TV Ketschendorf, die drei Tanzpaare auf die Bühne schickte. Das "Top-Tanzmariechen" im Bund Deutscher Karneval, Lorena Ruthardt von Buchnesia Nürnberg, und laut Ramona Scholz "eine der Besten", beeindruckte mit ihrer Solo-Show auf höchstem Niveau.

Neu dabei war dieses Jahr eine Modenschau zum Thema Fitness, Outdoor- und Wintersport und Livestyle. Büttenredner Jonas Paul freute sich, in Coburg zu sein und nötigte Oberbürgermeister Norbert Tessmer zu einem gemeinsamen Ständchen. Während der Student der Medienkultur zu seiner Gitarre griff, musste für den Bürgermeister ein schlichter Mülleimer herhalten: "Stell Dir vor, da hockt a Neustadter!" Nach anfänglichen Startschwierigkeiten klappte Tessmer dem Mülldeckel im Takt denn auch bravourös auf und zu.

Auf den OB abgesehen hatte es auch die "närrischste Putzfraa Frankens", Ines Procter. Nachdem sie das glatte Haupt eines Zuschauers kurzerhand mit Spucke poliert hatte, unterzog sie auch Norbert Tessmer einer Frischekur und füllte Präsident Matthias Schikora schließlich mit "Rohrreiniger" ab. Wo die Putze sich "frischen Wind im Schlafzimmer" kaufen kann, weiß sie dank eines "Coming-Out" aus dem Publikum genau - ganz klar im Geschäft von der Beate.

Matthias Schikora erinnerte Ehefrau Andrea mit einem Blumenstrauß an den Hochzeitstag. "Am 11.11.1989 haben wir geheiratet, und ich habe zum Standesbeamten gesagt, da warten wir noch bis 11.11 Uhr", sagte er unter dem Gelächter der Coburger. "Und wo bin ich schließlich gelandet?", fragte er. Richtig, beim Coburger Mohr.


Ehrungen

Für elf Jahre aktives Tanzen wurde Kristin Kirchgessner und Anna-Lena Mußgiller mit dem Treueabzeichen vom Bund Deutscher Karneval (BDK) ausgezeichnet. Für 15 Jahre aktives Tanzen erhielt Julia Szadzik das BDK-Treueabzeichen in Gold. Für 22 Jahre Mitgliedschaft wurden Katharina und Heike Roos und Marianne Fries geehrt.