Es wird rund 900.000 Euro kosten, die Beleuchtung im Landratsamt Coburg auf Strom sparende LED-Technik umzustellen. Dennoch stimmte der Kreisbauausschuss gestern mehrheitlich für diesen Schritt. Die Mitglieder folgten damit der Argumentation von Landrat Michael Busch (SPD), der klargestellt hatte: "Es geht auch um unsere Verpflichtung zum Klimaschutz. Ginge es rein nach der Wirtschaftlichkeit, würden wir die Finger davon lassen."

Genau das hätte Gremium getan, wäre es nach den Renate Schubart-Eisenhardt gegangen. Die CSU-Rätin hatte dann doch mehr die Wirtschaftlichkeit im Blick. Der Stromverbrauch des Landratsamtes lag in den vergangenen Jahren fast konstant bei rund 340.000 Kilowattstunden im Jahr. Im vergangenen Jahr ging die Abnahme aus dem Netz auf 310.000 Kilowattstunden zurück, nachdem die neue Photovoltaikanlage auf der Straßenmeisterei einen Beitrag leistete. Sie lief 2013 aber erst zwei Monate. Renate Schubert Eisenhardt erwartet sich da noch größere Einsparungen. Was sie zudem stört ist das Darlehen, mit dem der Umbau finanziert werden muss, dessen Kosten aber in die Gesamtrechnung nicht eingehen.

Auch Bernd Reisenweber (FW) war wohl die Investition ein wenig hoch, die sich nach einem Mittelwert aus unterschiedlichen Berechnungen voraussichtlich nach 20 Jahren amortisieren wird. "Würden denn die Leuchtmittel, die jetzt eingesetzt sind, noch 20 Jahre halten, oder müssten wir sowieso in ein paar Jahren umrüsten?", wollte er wissen. Ein hinzugezogener Fachbetrieb geht davon aus, das die qualitativ hochwertigen Beleuchtung, die zurzeit verbaut ist, wohl noch einige Jahre halten werde. Der deutlich niedrigere Stromverbrauch spreche aber für die LED-Leuchten. Mit ihnen würden die rund 800 Leuchten im Gebäude rund 65 Prozent weniger Strom verbrauchen.

Der Gedanke, die Investition zu verschieben beschäftigte den Senat durchaus. Nicht zuletzt, weil die Preise für LED-Technik derzeit stetig sinken, wurde darüber nachgedacht. Doch damit würden Fördermittel (rund 240 000 Euro) verloren gehen, die für die reine Technik (ohne Zusatzkosten) zugesagt sind - vorausgesetzt, der Umbau wird in diesem Jahr durchgeführt. Und gerade die Arbeitskosten steigen seit einiger Zeit, weil die Fachbetriebe mehr als ausgelastet sind. Am Ende stimmte außer Renate Schubart-Eisenhardt nur Walter Thamm (CSU) gegen den Umbau.