Der Bad Rodacher Bürgermeister Tobias Ehrlicher (SPD) als Vertreter des Bayerischen Gemeindetags und Landrat Michael Busch (SPD) nutzten am vergangenen Freitag einen Termin beim Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Thomas Bareiß (CDU), um erneut nachdrücklich auf die Interessenlage des Coburger Landes im Zuge des geplanten Ausbaus der Stromtrassen hinzuweisen.

"Das gesamte Verfahren ist absolut intransparent und für den Bürger im Lande in keinster Weise geeignet, seine Meinung kund zu tun und sich einzubringen", sprach Michael Busch ganz offen einen Kritikpunkt an. "Dazu kommt, was die gesamte Lokalpolitik scharf kritisiert: der fehlende Nachweis für jedwede zusätzliche Stromtrasse", so der Landrat. Tobias Ehrlicher schlug in die gleiche Kerbe. Er hält auch die zeitliche Abfolge für die Bürgerbeteiligungen, die entweder in die Urlaubs- und Ferienzeit oder nunmehr in die Weihnachtszeit gelegt wurden, für nicht bürgerfreundlich und meinte, "... das hat schon ein eigenartiges Gschmäckle".

"Künftig mehr Transparenz"

Staatsekretär Bareiß wollte das so nicht ganz stehen und gelten lassen, stellte allerdings in Aussicht, dass künftig mehr Transparenz versucht werde. Die Entscheidungen im laufenden Verfahren seien noch nicht getroffen, sondern sollen voraussichtlich im 1. Quartal 2019 erfolgen. Bis dahin würden Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und auch er im Land unterwegs sein, um sich vor Ort persönliche Eindrücke der Situationen und Belastungen zu machen.

Das vereinbart sich sehr gut mit den Erwartungen in Stadt und Landkreis Coburg, denn eine schriftliche Einladung an beide Amtsträger, den Minister und den Staatssekretär, der Region einen Besuch abzustatten, ist durch den Landrat bereits erfolgt. Diese Einladung wurde mündlich erneuert. Diesbezüglich wurde durch Thomas Bareiß zumindest eine gute Chance eingeräumt, Besuch aus dem Berliner Ministerium zu erhalten.

"Im Widerstand nicht nachlassen"

"Wir appellieren deshalb an unsere Bürgerinnen und Bürger in der Region Coburg, nicht nachzulassen im Widerstand gegen eine weitere Monsterstromtrasse durch unser Heimatgebiet", sagten Busch und Ehrlicher unisono.