Weber war die einzige Kandidatin für diesen Posten. In ihrem Bericht machte Weber deutlich, dass die CSU in Coburg Mehrheiten erringen will. "Wir müssen weg von einer Ankündigungs- und hin zu einer Realisierungspolitik." So sei kein städtebauliches Konzept für das Anger-Areal erkennbar. Lediglich eine neue Sporthalle solle dort jetzt gebaut werden.
Wie im Land wolle die CSU in der Stadt für einen ausgeglichenen Haushalt sorgen. Denn Coburg habe kein Einnahmen, sondern ein Ausgabenproblem. Die CSU-Fraktion habe zwar als erste ein Spargutachten eingefordert, doch eingespart habe die Stadt gerade mal zwei Millionen Euro.
Erst, wenn die Spar-Hausaufgaben gemacht seien, dürfe die Stadt die Grund- und Gewerbesteuern anheben, forderte Weber. Dies ist laut aktueller Finanzplanung für das Jahr 2015 vorgesehen.
Die CSU werde in ihrem Programm für die Kommunalwahl 2014 die Interessen der Wirtschaft im Blick haben, kündigte Weber an. Die Coburger Unternehmen würden schließlich 29000 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen. Deshalb brauche die Wirtschaft auch gute Verkehrsanbindungen - und "qualifizierte Arbeiter". Deshalb müsse die Stadt auch die Arbeit der Hochschule unterstützen.
Weber mahnte, das vom Grundsatz her längst beschlossene "Band der Wissenschaft" am Güterbahnhofsareal müsse endlich umgesetzt werden. Eine Erklärung, warum sich da noch nichts getan hat, lieferte wenig später der Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach: Wenn, müsse die Stadt das Güterbahnhofsareal altlastenfrei übernehmen können. Darüber werde noch verhandelt.
Michelbach, der sich hörbar ebenfalls schon im Wahlkampfmodus befand (am 22. September ist Bundestagswahl) kündigte an, dass demnächst wieder ein Gespräch mit Vertretern der Stadt, der IHK und Bahnchef Rüdiger Grube stattfinden werde. "Wir brauchen in Coburg den Zweistundentakt beim ICE, der in Lichtenfels wegfällt", sobald die Neubaustrecke in Betrieb geht. Ein weiteres Gespräch, diesmal mit der Obersten Baubehörde des Freistaats, ist für Anfang Mai terminiert. Dort geht es dann um Städtebaufördermittel für Coburg.
Bezirksrätin Elke Protzmann wies darauf hin, dass viele Mittel, die der Bezirk per Umlage bei Stadt und Landkreis Coburg einhole, wieder in die Region zurückfließen. So entstehe die Schule für Körperbehinderte in Coburg, in der Schwerstbehinderte aus dem ganzen Regierungsbezirk unterrichtet und gefördert werden sollen. Solche Einrichtung würden trotz aller Bestrebungen zur Inklusion Behinderter gebraucht.
Die Neuwahlen des Kreisvorstands gingen reibungslos über die Bühne. René Boldt, der Geschäftsführer des Kreisverbands, zeigte sich mit dem Besuch zufrieden: Von 63 Delegierten seien 57 anwesend. Ein so hohes Stimmergebnis wie Birgit Weber erhielten ihre vier Stellvertreter aus den Ortsverbänden Mitte, West, Ost und Süd jedoch nicht: Thomas Bittorf erhielt 44 Stimmen, Roland Eibl 45, Matthias ZImmer 51 und Frank Völker 45.