Friedliches Miteinander kann selbst in einer fremden Kultur gelingen. "Wir sind doch hier in Coburg der beste Beweis", sagt Birinci Ilhan von der türkisch-islamischen Gemeinde Coburg, auf die Krawalle und blutigen Auseinandersetzungen in Istanbul angesprochen. "Das ist von beiden Seiten nicht in Ordnung. Ein richtiges Zusammenleben ist Voraussetzung für Frieden", bekräftigt er nochmals, bevor er sich wieder den anatolischen Tänzen auf der Bühne zuwendet.

Mit einem bunten Marktfest voller kulinarischer Genüsse wurde gestern die Internationale Woche in Coburg eröffnet. Von Adawa Kebab über Sushi bis hin zu Kloß mit Soß' reichte die Auswahl. Dazu auf der Bühne: irische Folklore, Sambatrommeln, die Klangfänger der Hochschule, Qi Gong und orientalische Tänze, um nur einige der Darbietungen zu nennen.

An den Info- und Aktionsständen herrscht reges Treiben. Es wird gespielt, gemalt, diskutiert. Schirmherr Ulrich Eberhardt ist begeistert. "Integration wird eines der wichtigsten Themen in den kommenden Jahren. Ab 2020 sind wir hier in Coburg extrem auf Zuwanderer als Facharbeiter angewiesen. Dieses Fest als Auftakt zur Internationalen Woche bietet genau die Willkommenskultur, die wir brauchen." Gerne habe auch er Brücken gebaut. Eine davon ist eine Begehung der "Stolpersteine" zusammen mit der muslimischen Gemeinde. Eingeladen dazu ist jeder. Sie startet morgen, Dienstag, um 18 Uhr am Albertsplatz.