Ein "Heimatministerium" wolle er schaffen und in Franken ansiedeln, hatte Ministerpräsident Horst Seehofer im Landtagswahlkampf angekündigt. Ob es dabei bleibt, wie das dann aussieht, weiß noch niemand. Sollte aber Coburg als Standort in Frage kommen, werde sich die Stadt "natürlich" darum bewerben, sagt Oberbürgermeister Norbert Kastner (SPD).

Dabei kann er auch auf die Unterstützung von Landrat Michael Busch (SPD) setzen, der sich zwar gerade im Urlaub befindet, aber trotzdem das Geschehen in der Heimat verfolgt. "Stadt und Landkreis Coburg haben sich bereits mehrfach gemeinsam um Projekte und Ansiedlungen beworben. Warum sollte das nicht auch bei einem neuen Ministerium für Landesentwicklung und Demographie so sein?", fragt Busch aus dem Urlaub. "Eine offizielle Bewerbung wird bereits erarbeitet."

Nicht um jeden Preis

"Wenn man an Behördenverlagerung denkt, sollte man mit gutem Recht an Oberfranken denken", betont OB Kastner und geht gleichzeitig davon aus, dass seine Amtskollegen in den anderen fränkischen Städten das genauso sehen. "Da wird jeder seinen Hut in den Ring werfen."

Um jeden Preis bewerben werde sich die Stadt allerdings nicht, sagt Kastner: "Wir müssen sehen, welche Anforderungen gestellt werden." 5000 Quadratmeter in der Innenstadt seien schwer zu finden, nannte Kastner ein Beispiel. Abgesehen davon: "Ich hätte auch nichts dagegen, wenn Ministerpräsident Seehofer das Heimatministerium in München ansiedelt und stattdessen das Wirtschafts- oder Finanzministerium nach Franken verlagert."