Sommerkonzert steht auf dem schön gestalteten Programmblatt. Doch das, was die Schüler des Gymnasiums Ernestinum dann in ihrem fast dreieinviertelstündigen Programm präsentieren, ist weit mehr, als nur ein Sommerkonzert.


Der Abend, der erstmals im Kongresshaus präsentiert wird und zahlreiche Besucher anlockt, wird zur kreativen Leistungsschau eines Gymnasiums, das seine Beschreibung als mathematisch-naturwissenschaftlich nicht als Begrenzung verstanden wissen will.


Musik und Kunst sind wichtig

"Man darf die Welt nicht nur durch die naturwissenschaftliche Brille sehen", sagt Schulleiter Bernd Jakob in seiner Begrüßung und betont: "Auch am Ernestinum ist die Musik, ist die Kunst, die Literatur ein ganz fester Bestandteil im Schulleben."


Kreatives Potenzial

Das wird an diesem Abend nicht nur hörbar, sondern auch sichtbar. Ausgewählte Arbeiten aus dem Kunstunterricht, die im Kongresshaus ausgestellt sind, führen vor Augen, welches kreative Potenzial Schüler auch an einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium besitzen.


Das musikalische Programm beeindruckt dann schon durch die bemerkenswerte Zahl an Mitwirkenden eines Gymnasiums mit derzeit rund 680 Schülern. Chor und Vokalensemble stimmen mit "Have a nice day" programmatisch ein auf einen bunten, unterhaltsamen Abend.


Chor mit frischem Klang

Unter der Leitung von Wolfgang Lischke, der vom Klavier aus dirigierend die Schüler führt und mitreißt, entfaltet der Chor frischen, lebendigen Klang beispielsweise auch bei Thomas Morleys Madrigal "Now is the month of Mayen" oder bei "Let it go" aus dem Film "Frozen".


Mut zum solistischen Auftritt beweisen dann Johannes Christof und Emilia Kaczmarzyk sowie Ian Simon mit Werken von Beethoven und Mozart am Klavier, einfühlsam gestaltet Vivien Hausner am Akkordeon eine dreisätzige Suite.


Zwei Tanzgruppen

Zum kreativen Potenzial des Ernestinums gehören aber auch zwei Tanzgruppen, die sich ebenso Sonderapplaus mit ihren Darbietungen verdienen wie Jennifer Sauerland, die einen eigenen literarischen Text gekonnt vorträgt.
Mitreißend agiert der bunt gekleidete Chor der 5. Klassen unter Wolfgang Lischkes Leitung, wobei die jungen Sänger ihre eigene Freude an der Musik mühelos überspringen lassen auf die Zuhörer. Was sorgfältige Probenarbeit und eine kluge Auswahl an Stücken bewirken können, wird an diesem Abend erfrischend spürbar.


Denn dieser Abend bietet ein Programm, das nicht dem bisweilen verstiegenen Ehrgeiz von Lehrern huldigt, sondern dazu gedacht ist, die Fähigkeiten der Schüler möglichst gut und angemessen zur Entfaltung kommen lassen. Dieses Konzept - der ausdauernde Beifall beweist ist - geht bestens auf.

Und die Entscheidung, aus der für derlei Zwecke viel zu engen und stickigen Schulturnhalle ins Kongresshaus zu wechseln, hat sich in jedem Fall gelohnt. Mit Hilfe von Sponsoren ist es dem Verein der Freunde und Förderer gleich im ersten Anlauf gelungen, die stattliche Miete in Höhe von 1800 Euro zu finanzieren.


Kurzweiliger Abend

Im zweiten Teil des mit ausgedehnten und trotzdem kurzweiligen Abends wird das Programm sogar noch bunter. Dazu gehört ein ausdauernd beklatschter gemeinsamer Auftritt der Ernestinums-Chöre mit dem Chor der Wefa ebenso wie eine kammermusikalische Version des Drafi-Deutscher-Hits "Marmor, Stein und Eisen bricht".


Umjubelter Auftritt

Regelrecht umjubelt wird die Band "Fullbeat" mit einigen Cover-Songs, darunter "Can't Stop" von den Red Hot Chili Peppers. Vollends frenetisch wird der Applaus beim Auftritt der Percussionscombo unter Leitung von Jörg Kessel mit dem rhythmisch fein aufgefächerten Titel "Ernesamba Furioso".


Das Finale vereint (fast) alle Mitwirkenden mit dem größten Hit der Prinzen ("Alles nur geklaut") bis hin zum Titelsong aus Cole Porters musical "Anything goes" mit Alissa Spaaij als talentierter Gesangssolistin.


Das erste Sommerkonzert des Ernestinums im Kongresshaus - für Schule und Schüler ein klingender, tanzender Erfolg.







Mitwirkende und Verantwortliche beim Sommerkonzert des Gymnasiums Ernestinum



Solisten aus verschiedenen Jahrgangsstufen:
- Johannes Christof, 6c - Klavier
- Emilia Kaczmarzyk, 7b - Klavier
- Vivien Hausner, 9b - Akkordeon
- Ian Simon, 8a - Klavier
- Jennifer Sauerland, Q11 - Lesung

Instrumentalensemble der 9. Klasse
Band "Fullbeat"
Percussionscombo
Chor der fünften Klassen
Chor und Vokalensemble
Als Gast: Chor der Wefa

Moderation: Leonie Ehrlich, Anton Beiersdorfer, Q11
Verantwortliche Lehrer Musik: Matthias Ehrle, Jörg Kessel, Wolfgang Lischke
Verantwortliche Lehrer Kunst: Marcus Renner, Andrea Rips
Verantwortliche Lehrer Tanz: Nicole Schuhmann, Consuela Stummer