Ein erstaunliches, vielversprechendes Talent auf der Violine ist die erst achtzehnjährige Elina Rubio, die ein auf Steigerung angelegtes barock-romantisches Programm mit bemerkenswerter Perfektion und Gestaltungskraft bewältigte, dabei sensibel und stets technisch sicher am Flügel von Dariya Hrynkiv begleitet.

Makelloser Ton

Mit makellosem Ton und Strich, expressiv großbögig in den langsamen und mit spielerischer Lockerheit in den raschen Sätzen brachte sie zu Beginn in nahtlosem Zusammenspiel mit der Pianistin die viersätzige Sonate c-Moll von Johann Sebastian Bach zu Gehör.

Ihre geschmeidige Bogenführung harmonierte bestens mit dem präzisen, gestochenen "Leggiero"-Spiel des obligat geführten Tasteninstruments. Insgesamt hörte man eine recht stilsichere Interpretation.

Dramatik und Lyrik

Von den drei ursprünglich als Sonatinen für "Klavier und Violine" (nicht umgekehrt!) bezeichneten Werke von Franz Schubert gab es anschließend die mittlere in a-Moll, wohl die gewichtigste des Dreigestirns. Sehr überzeugend wurden von den Künstlerinnen die Gegensätze von Dramatik und Lyrik im vorwiegend elegischen ersten Satz herausgearbeitet. Ausdrucksvoll erklang das liedhafte Andante, energisch das mehr einem Scherzo ähnelnde Minuetto und in schöner dynamisch-agogischer Geschlossenheit der Finalsatz.

Nach der Pause gab es eine weitere Steigerung mit der anspruchsvollen Violinsonate Nr. 3 d-Moll op. 108 von Johannes Brahms. Hier konnten sich Musikalität und Können der beiden Künstlerinnen voll entfalten. Beseelt, mit warmem Ausdruck, leidenschaftlich und temperamentvoll geriet der Kopfsatz, verinnerlicht, mit sauberen Doppelgriffen das Adagio.

Leichtfüßig, mit spritzigen Klavierkaskaden huschte das Scherzo vorüber, bevor das wilde, dramatische Presto agitato (die Satzbezeichnung fehlte auf dem Programm) den krönenden Abschluss dieser Sonate bildete. Ein Sonderlob hier der treffsicheren Pianistin für die überlegene Bewältigung des schwierigen Klavierparts.

"Carmen"-Fantasie

Was liegt einer Spanierin näher als eine "spanische" Zugabe? Elina Rubio wollte am Ende zeigen, dass sie auch das ausgesprochene Virtuosenfach beherrscht.

Mit scheinbarer Mühelosigkeit bewältigte sie alle geigerischen Hexenkünste der "Carmen"-Fantasie des Filmkomponisten Franz Waxman, was mit Bravorufen und stehenden Ovationen des Publikums im HUK-Foyer bedacht wurde.

Als gemütvolle zweite Zugabe und als endgültiger Abschluss des Abends erklang dann noch das eingängige "Caprice Viennoise" von Fritz Kreisler.


Der Coburger "Verein" und seine Künstler 2014/2015


Elina Rubio näherte sich schon als Zweijährige der Violine, gewann als Neunjährige erste Vi olinwettbewerbe. Vor drei Jahren kam sie als jüngste Studentin Sachsens an die Musikhochschule "Carl Maria von Weber" nach Dresden. Inzwischen erhielt die 18-Jährige Stipendien für ein Aufbaustudium sowie eine Debüt-CD.

Dariya Hrynkiv Die ukrainische Pianistin Dariya Hrynkiv ist seit 2009 Dozentin an der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber".
9. Februar Salonorchester Ferenc Babari

9. März Wassily Gerassimez (Violoncello), Nicolai Gerassimez (Klavier)

4. Mai "Spark - die klassische Band"

22. Juni Maria Baptist - Piano & String Quartet

Veranstaltungsort Die Konzerte finden jeweils am Montag im HUK-Foyer Bertelsdorfer Höhe statt (Beginn: 20 Uhr).