Das Sportgelände am Hinteren Floßanger könnte bald einen neuen Besitzer bekommen. Der SV Bosporus steht in Verhandlungen über die Umkleideräume im früheren DVV-Sportheim. Das bestätigten am Freitag Levent Demirezen, der Vorsitzende, und Aslan Kont, der Kassierer des Vereins.
Unterschrieben ist indes noch nichts. Das betonen nicht nur die beiden Vereinsvertreter, sondern auch Jochen Nachtigall, der das Gebäude verwaltet. Es steht unter Zwangsverwaltung. Denn vor einem Jahr beschloss der Sportverein DJK-Viktoria/VfB-Coburg, kurz DVV, sich aufzulösen. Der Verein war pleite.
Allerdings bestand er formell noch bis zum Sommer 2012 weiter. Der Fußballbetrieb ging in dieser Zeit an den FC Coburg über, der nach der Auflösung des DVV neu gegründet wurde.

Allerdings wollte der FC Coburg nicht die Sportanlagen des DVV übernehmen. Er spielt im früheren VfB-Stadion an der Wiesenstraße aus, im Stocke-Stadion. Es ist nach dem langjährigen Förderer des VfB, Dr. Eux Stocke benannt. Die Familie Stocke besaß früher die Goebel-Porzellanfabrik in Rödental.

Vergangene Zeiten. Weil das Geld knapp wurde, schlossen sich die Vereine zusammen: Erst 1974 die DJK mit der Viktoria, die am Floßanger saß, dann kam 2000 der VfB dazu. Der DJK-Fußballplatz am Falkenegg samt Sportheim wurde an den SV Anadoluspor verkauft, das VfB-Stadion nahm die Stadt zurück, um es zu einer Schulsportanlage umzubauen. All das half dem DVV nicht aus den Geldsorgen. Als im November 2010 auch noch Steuernachzahlungen gefordert wurden, war mangels Masse nicht mal mehr eine Insolvenz möglich. Das Grundstück mit den Sportanlagen am Floßanger gehört der Stadt.

Während aber der Sportplatz nach der Auflösung des Vereins sofort an die Stadt zurückfiel, läuft der Erbpachtvertrag fürs Sportheim weiter. Er gilt noch bis zum Jahr 2022. Die VR-Bank als Hauptgläubigerin des DVV beantragte im Sommer 2011 die Zwangsverwaltung. Nun sucht Jochen Nachtigall jemanden, der das Gebäude übernimmt. Der SV Bosporus möchte. "Das Sportgelände hätten wir schon nutzen können. Aber das bringt ja nichts, wenn wir kein Sportheim und keine Kabinen haben", sagt Vorsitzender Demirecen. Außerdem will der Verein laut Asan Kont die Jugendarbeit ausbauen. Die Stadt hat signalisiert, dass sie das Sportgelände in Erbpacht zur Verfügung stellt, wenn der Verein das Gebäude dauerhaft übernimmt.

Der SV Bosporus hat hohes Interesse, das komplette Gebäude mit Gaststätte langfristig zu nutzen. Levent Demirezen: "Wir wollen nach 42 Jahren, dass wir uns auch nach dem Spiel einmal hinsetzen und etwas trinken können." Der SV Bosporus Coburg wurde 1970 gegründet.