Die Coburger Sommeroperette wagt in diesem Jahr ein Experiment. Erstmals präsentiert sie keine eigene Inszenierung, sondern eine Gast-Produktion - "Blues Brothers in Prison". Regie führt Ulrich Cyran, der auch als Darsteller auf der Bühne und im Fernsehen zu erleben ist.

Als Film haben die "Blues Brothers" längst Kult-Status erreicht. Wer sich daran macht, eine Fortsetzungsgeschichte auf eine Freiluft-Bühne zu bringen, riskiert natürlich den Vergleich mit dem Original. Was hat Sie dazu veranlasst, dieses Risiko einzugehen?
Ulrich Cyran: Unsere Idee war es, eine Geschichte zu erzählen zwischen dem Ende des ersten und dem Beginn des zweiten Films. Wir haben die Geschichte neu gebaut, aber die Typen genommen, die bekannt sind. Und natürlich die Musik - fast alle Titel des Originals kommen bei uns auch vor. Für die Besucher wird es also einen großen Wiedererkennungseffekt geben.

Ihre Inszenierung hat vor einem Jahr in Bad Alzenau Premiere gefeiert und kommt jetzt auf die Waldbühne - wie schwierig ist es, die Produktion wieder lebendig werden zu lassen?
Eigentlich gar nicht so schwierig, auch wenn wir natürlich kein Tourneetheater sind, das mit vorgefertigten Versatzstücken arbeitet. Wir mussten auch das Bühnenbild weitgehend neu gestalten, um es auf die Waldbühne anzupassen.

Was ist aus Ihrer Sicht die besondere Herausforderung beim Freiluft-Theater?
In der ersten Stunde fehlt natürlich ein wenig die Magie des Lichts, wobei es hier auf der Waldbühne vielleicht etwas einfacher ist als in Alzenau, weil es hier etwas früher dunkel wird. Die Bühne selbst finde ich fantastisch, auch wenn grundsätzlich eine Aufführung unter freiem Himmel natürlich schwieriger in Griff zu kriegen ist als in einem geschlossenen Theater. Freiluft-Theater, das ist eine Art Volkstheater - unter freiem Himmel, so ist Theater entstanden.

Die Waldbühne ist bekannt für allerlei Insekten-Attacken. Wie kommen Sie damit klar?
Die Insekten können wirklich richtig nerven. Das wird im Scheinwerferlicht noch eine echte Herausforderung. Wir könnten noch einen Sponsor für Insektenschutzmittel gut gebrauchen...

Was ist Ihr Lieblingsstück in den "Blues Brothers"?
"Funny Nassau" und "Minnie the Moocher".

Was reizt Sie an dem Stoff?
Ich bin erst relativ spät zu den "Blues Brothers" gekommen, habe mir vor rund zwei Jahren zum ersten Mal den Film angesehen und bis zum Ende gelacht. Das ist mein Humor - dieses Schräge, dieses Verrückte. Die Figuren - das sind ja fast Beckett-Figuren.




Rund um die "Blues Brothers" in Heldritt



Ulrich Cyran Der Regisseur, Autor und Schauspieler Ulrich Cyran ist seit 2016 künstlerischer Leiter der Alzenauer Burgfestspiele, wo er 2016 "The Blues Brothers in: Prison" zur Uraufführung brachte. Seit 2008 arbeitet er auch als Theaterautor. Als Schauspieler spielt er seit 1984 an Stadt- und Staatstheatern (Wiesbaden, Darmstadt, Schauspielhaus Hamburg) sowie in der freien Szene. Als Film- und Fernsehschauspieler ist Cyran vielfach in der Krimireihe "Tatort" zu sehen.

Termine "The Blues Brothers in: Prison" - Eine Musical-Comedy von Thomas Elben, Premiere: 9. August, 19.30 Uhr, 11. August, 19.30 Uhr, 12., 13. August, 14 und 19.30 Uhr, 16., 17., 18. August, 19.30 Uhr, 19. August, 14 und 19.30 Uhr, 20. August, 18 Uhr - Waldbühne Heldritt

Produktions-Team Ulrich Cyran (Regie), Ben Schobel (Choreografie), musikalische Leitung: Christoph Gerz, Bühnenbild: Matthias Winkler, Kostüme: Nolie Verdier (in Zusammenarbeit mit den Alzenauer Burgfestspielen)

Altstadt-Serenade Dienstag, 15. August, 20.30 Uhr, Schlossplatz Bad Rodach

Vorverkauf Tourismus Coburg, Herrngasse 4, (Tel. 09561/89-8043), Shoes & More Appis (Tel. 09564/4489, Montag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 13 Uhr). Weitere Infos online unter www.coburger-sommeroperette.de

Geschichte Die "Sommeroperette" ist ein eingetragener Verein, gegründet am 22. April 1994. Neben einer Operetten- oder Musical-Produktion gehört die "Altstadt-Serenade" in Bad Rodach zum Programm. Als Nachfolger des 2007 verstorbenen Gründers der "Sommeroperette", Klaus Lapins, ist Adelheid Frankenberger Vorsitzende und seit 2008 für die Produktionsleitung zuständig.