Einen großen Bahnhof gab es für die älteste Bürgerin der Gemeinde Untersiemau: Die Obersiemauerin Ella Iffland vollendete ihr 100. Lebensjahr. Die Jubilarin feierte im Weißenbrunner "Vesperstüble". Obwohl sie keine Verwandtschaft mehr hat, hörte man aus zig Kehlen "Oma", "Tante", "Schwester" Ella - auch wenn die Gäste sich "nur" aus Nachbarn, Freunden und Bekannten zusammensetzten. Das zeigt die große Beliebtheit der lebensfrohen Frau, der man ihr Alter nicht gleich ansieht.

Nicht nur ihre Hilfsbereitschaft sei über die Grenzen Obersiemaus hinaus weit bekannt, erzählten einige Gäste, sondern auch ihre Strickarbeiten und vor allem ihre Koch- und Backkunst. So hat es sich Ella Iffland nicht nehmen lassen, die weit über 100 "ausgezouchna" Krapfen und den Frankfurter Kranz für ihren 100. Geburtstag selbst zu backen.

Silbertaler "Patrona Bavariae"

Ella Iffland kam am 3. September 1919 in Schwürbitz als geborene Müller zur Welt. Als sie später als Kindergärtnerin in Buch am Forst tätig war, lernte sie ihren Mann Kurt kennen. 1941 wurde geheiratet. 2001 starb ihr Mann.

Gefragt, was in diesen 100 Jahren das schönste Erlebnis war, kam prompt die Antwort von Ella Iffland: "Die schönste Zeit waren die Jahre mit meinem Mann!"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ließ durch Landrat Sebastian Straubel (neben dessen Landkreis-Präsent) ein Glückwunschschreiben überreichen, in dem es unter anderem heißt: "Alles Gute zum besonderen Tag in Ihrem Leben!" Als hervorstechende Wertschätzung lag der Silbertaler "Patrona Bavariae" im Kuvert.

Bürgermeister Rolf Rosenbauer meinte: "Man kann es sich kaum vorstellen, was Ella in diesem Leben alles erlebt hat." Trotzdem habe sie stets ihren Frohsinn behalten. Rosenbauer konstatierte: "Wenn man so rüstig und fröhlich ist, ist es schön 100 Jahre zu werden!"

Ehrung für besondere Bürger

Rosenbauer erinnerte sich daran, dass ihn Ella Iffland, als er 2014 als frischgebackener Bürgermeister seine Glückwünsche zum 95. loswerden wollte, an der Haustüre empfing. "Sie stürmte vor mir die Treppen hinauf und meinte, ich habe so viele Kuchen gebacken. Da müssen Sie von jedem ein Stückchen probieren!"

Eine schöne Idee hatte die Gemeinde Untersiemau, als sie kürzlich einen "Jubiläumshain" für besondere Bürger hinter dem Freizeitgelände anlegte. Dafür überreichte Rosenbauer der Jubilarin ein Metallschild, auf dem ihr Name, der Anlass sowie der Name des Baumes, der ihr zu Ehren gepflanzt wird, stehen: "Amberbaum" (Liquidambar Styraciflua). Das Schild wird an einer Holzstele neben der Pflanze befestigt. Am gestrigen Mittwoch wurde er im Beisein der Jubilarin und mit einem kräftigen Eimer Wasser in der Erde versenkt. Der Amber ist neben einem Tulpenbaum für Ehrenbürger Fritz-Werner Finzel erst der zweite Laubbaum auf diesem Areal.