Aufatmen bei den Mitarbeitern der Bäckerei Schorsch & Schack: Am Montag Abend unterzeichnete Christoph Herppich, Chef der Mühlenbäckerei Beiersdorfer Landbrot den Übernahmevertrag. Drei Filialen des insolventen Unternehmens hat der bekannte Coburger Bäcker übernommen: Den Bäcker in der Bamberger Straße in Coburg sowie die Filialen in Neustadt am Arnoldplatz und in Rödental am Rathausplatz.


Die Geschäfte in der Ketschengasse, in der Neustadter Straße und am Bahnhof bleiben zunächst geschlossen und gehören weiterhin zur Insolvenzmasse - ebenso die Zentrale in Rödental. Allen 56 Beschäftigten wurden Übernahmeverträge angeboten, sagte Christoph Herppich auf Nachfrage vom Tageblatt.


Attraktiv waren für den Bäckermeister nicht nur die Standorte der Filialen. Auch das Angebot an Mitarbeitern motivierte ihn zu diesem Schritt. "In Rödental hatten wir noch gar kein Geschäft. In Neustadt liegt unser Café am Markt weit genug vom Arnoldsplatz weg und die Bamberger Straße ist ein interessanter Einkaufsort", erläutert Herppich.


Ehemals Reißenweber

Das Amtsgericht Coburg hatte am 31. Mai die vorläufige Insolvenzverwaltung über das Vermögen der Bäckerei Reißenweber GmbH und Co.KG übernommen. Jan Pitzschel als Geschäftsführer hatte die Bäckereikette seit 2014 geführt und in Schack & Schorsch umbenannt. Das Amtsgericht bestellte den Kronacher Rechtsanwalt Jürgen Wittmann zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
"Ziel des bisherigen Geschäftsführers Jan Pitzschel und seines Teams war es, sich in der Verbindung von heimischer Backqualität und französischer Backkultur einen Platz im Markt der Coburger Region zu erobern. Ich bewerte die dadurch entstandenen Potenziale der Bäckerei positiv und sehe gute Chancen für eine Fortführung des Handwerksbetriebs und seiner Filialen", erklärte Jürgen Wittmann im Juni.
Zur aktuellen Situation sagt er am Dienstag , dass die Filiale am Bahnhof sowieso nicht vermittelt werden konnte, da Umbaumaßnahmen des Verpächters anstehen.


Am Bahnhof wird umgebaut

Die Mietverhältnisse der übrigen Geschäfte werden nun aufgelöst. Das betrifft auch die Zentrale in Rödental, in der noch bis Montag Abend gebacken wurde.
Im Übrigen zeigte sich Wittmann erleichtert, dass alle Arbeitsplätze erhalten werden konnten und die Mitarbeiter Verträge angeboten bekommen haben.
Die Bäckerei Reißenweber beschäftigte ehemals insgesamt 59 Mitarbeiter, davon sieben in der Produktion und 43 Verkäuferinnen in den Filialen.