Den Herbst als Höhepunkt des bäuerlichen Jahres nutzt der Bayerische Bauernverband, um der Landwirtschaft ein Gesicht zu geben. Auf dem Marktplatz waren am Dienstag Infostände, ein Traktor und sogar ein Schweinestall mit fünf Schweinen aufgebaut, um dem Verbraucher einen Einblick in die Schweinehaltung und -fütterung und direkten Kontakt zu Landwirten geben zu können.

Unter dem Motto "Wir machen die Ernte - für Deinen Genuss" sollen Bürger über landwirtschaftliche Vorgänge aufgeklärt werden. Im September beteiligen sich insgesamt über 30 deutsche Städte an der Aktion. "Am Sonntag waren wir damit schon in Bamberg und dort kam sie sehr gut an", berichtet Martin Flohrschütz, Vorsitzender des Bauernverbandes (BBV). Aber auch die Coburger zeigen sich bei der dritten Infoveranstaltung des BBV interessiert: "Ich bin überrascht und erfreut, wie gut die Leute sich auf die Thematik einlassen", freut sich Flohrschütz.

Heißer Sommer, schlechte Ernte

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Abgesehen von Zuckerrüben, beispielsweise, ist die Ernte dieses Jahr fast vorbei und schon jetzt müssen die Grundsteine für nächstes Jahr gelegt werden. Deswegen ließ sich auf dem Marktplatz auch eine Sämaschine finden, denn die Saat wird schon jetzt ausgestreut.

"Wir müssen uns darum viele Gedanken machen, denn wenn es so heiß wird wie dieses Jahr, sollten andere Früchte angebaut werden", weiß Flohrschütz. Man überlege sich, künftig auf Soja umzusteigen, denn dies sei bei warmen Temperaturen viel sinnvoller.

Aufgrund des kaum nennenswerten Niederschlags seit März dieses Jahres gab es in der Region Coburg nach BBV-Angaben 25 Prozent Ernteeinbußen. "Ältere Landwirte wundern sich, dass bei diesem Wetter überhaupt so viel gewachsen ist", so der Vorsitzende des Coburger Bauernverbandes.

Der Boden sei bei der Ernte die Grundlage, weshalb man vorrangig darauf ein Auge werfen sollte, weiß Flohrschütz. "Mit Chemie lässt sich die Natur nicht überlisten, deswegen wäre Humus eine Option, die für fruchtbaren Boden und eine bessere Ernte sorgt", erklärt der Kreisobmann.

Was mit der Ernte passiert, kann der Verbraucher auch auf dem Marktplatz sehen. So wird die Verwendung als Schweinefutter im Schweinemobil demonstriert, welches es bundesweit nur zwei Mal gibt.

"Die Leute sollen den Aufbau, die Funktion und die Lüftung moderner Schweineställe sehen", erklärt Flohrschütz. Denn obwohl etwa 80 Prozent aller Schweineställe heutzutage so aufgebaut sind, wüssten die meisten Leute nicht, wie Schweine gehalten werden, so der Vorsitzende.