Die ersten Aktivitäten für einen besonderen Verkehrsknotenpunkt im südlichen Landkreis sind ausgeführt. Freitagmittag wurden beim Spatenstich für den Kreisverkehrsplatz am Nordeingang Untersiemaus vor zahlreichen Schaulustigen die ersten Schaufeln mit Erde bewegt. Mit diesem Akt gingen jahrelange Diskussionen zu Ende, endlich könnten die Bauarbeiten beginnen, freute sich Bürgermeister Rolf Rosenbauer. Mit dem Bau werde auch den langjährigen Forderungen nach einer Änderung der unfallträchtigen "Netto-Kreuzung" (CO 28 /CO 12 und Hutstraße) nachgekommen. "Doch", so Rosenbauer, "Überlegungen zum Bau eines Kreisverkehrs an gleicher Stelle führten auf Grund räumlich beengter Verhältnisse nicht weiter." Aus diesem Grund sei die Konzeption entstanden, das Kreuzungssystem um etwa 150 Meter nach Norden zu verlegen. Hier habe man ausreichend Platz für einen technisch geeigneten 42-Meter-Kreisel mit rund 65 Metern Anschlussästen, der die Verkehrsströme aufnehmen und bewältigen könne. Schließlich sei die Kreisstraße CO 28 durch Untersiemau laut Verkehrserhebungen die am zweithäufigsten befahrene Kreisstraße im Landkreis Coburg. Der Kreisverkehrsplatz werde den Verkehrsteilnehmern ermöglichen, sicherer den Weg in die vier angeschlossenen Fahrtrichtungen zu wählen, freute sich das Gemeinde-Oberhaupt.

Dieser Verkehrsknoten ist mit einer veranschlagten Bausumme von über 1,8 Millionen Euro eine der größten Baumaßnahmen im Gemeindegebiet und ein gemeinsames Projekt von Gemeinde, Landkreis, Regierung von Oberfranken sowie Freistaat Bayern. Ausschlaggebend für die Finanzierungsbeteiligung des Landkreises - mit dem Löwenanteil von 67 Prozent der Kosten - war die Zusage des Innenministeriums für eine "bestmögliche Förderung". Auf Grundlage der Aussage der Obersten Baubehörde habe die Regierung von Oberfranken eine GVFG-Förderung in Höhe von 90 Prozent zusagen können, erklärte Rosenbauer.

"Geschmackvolle Innengestaltung nächste Prüfung"

Ein großer Dank gelte dem Planer Jürgen Kittner und dessen Team für die umfassende Ausarbeitung der Verkehrsführung, gab sich Rolf Rosenbauer zufrieden. Die geschmackvolle Innengestaltung des Kreisverkehrs werde die nächste Prüfung für den Ingenieur sein. Sein Dank gelte auch der Verwaltung mit Geschäftsleiter Rolf Reisenweber an der Spitze. Alle Fraktionen hätten seit vielen Jahren den Bau eines Kreisels zur Minderung der schwierigen Verhältnisse gefordert und alle Bemühungen unterstützt. Bürgermeister Rosenbauer schloss mit den Worten: "Für uns ist dies nicht nur irgendein Kreisverkehrsplatz, sondern es ist der zentrale Verkehrsknotenpunkt der Gemeinde!" An dieser Stelle würden sich die neun schönen Gemeindeteile eng verbinden. Hier werde die Mobilität ein großes Stück sicherer. "Hier wollen wir unsere Gäste aus nah und fern mit dem verkehrstechnischen Eingangstor zur Gemeinde Untersiemau willkommen heißen!"

"Ohne die vom Freistaat gewährte hohe Förderung von 90 Prozent wäre der Landkreis nicht in der Lage, die Baumaßnahme durchzuführen", ergriff Landrat Sebastian Straubel das Wort. So sei es möglich, mit Eigenmitteln in Höhe von 290 000 Euro und dem Gemeindeanteil von 516 000 Euro eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation zu schaffen. Die Erstellung des eigentlichen Kreisels sei allerdings nur ein kleiner Teil der Baumaßnahmen, stellte er fest. Nach der Erstellung der Baustellenumfahrung über die CO 12 werde die CO 28 zwischen Hutstraße und B 4 ab Montag gesperrt. Die Umleitung über die B 289 mit Ausfahrt Großheirath stelle nur einen geringen Umweg dar. Der Kreisverkehrsplatz soll bis Ende Oktober fertiggestellt sein, hofft Straubel. Mit der Verkehrsfreigabe ist vorgesehen, die Arbeiten noch im Jahr 2019 zu beenden. Die Verlegung der CO 12 vom Pyramidenweg zum Kreisverkehrsplatz soll 2020 erfolgen. Hierbei würden etwa 230 Meter Kreisstraße, 100 Meter des Pyramidenwegs und rund 415 Meter Geh- und Radweg neu gebaut. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme sei noch vor den Sommerferien 2020 geplant.

Einen besonderen Dank sprach der Landrat denjenigen aus, die es ermöglichten, dass das Projekt realisiert werden kann: dem damaligen Innenministerium mit der Obersten Baubehörde, der Regierung von Oberfranken, dem Staatlichen Bauamt Bamberg, dem Coburger Kreistag mit Bauausschuss sowie der Gemeinde Untersiemau. Sebastian Straubel abschließend: "Nach Fertigstellung 2020 wird Ihnen allen eine qualitativ hochwertige Kreisstraße zur Verfügung stehen, die für die Unannehmlichkeiten während des Baus entschädigen wird!"

Im Anschluss an den Spatenstich und ein gemütliches Beisammensein am Rathaus tagte in dessen Sitzungssaal der Bauausschusses des Landkreises.

Vollsperrung der Kreisstraße CO 28 zwischen Untersiemau und der B 4

Pressetext:

Die Gemeinde Untersiemau und der Landkreis Coburg informieren:

Vollsperrung der Kreisstraße CO 28 zwischen der Anschlussstelle Untersiemau der Bundesstraße B 4 und der Kreuzung Hutstraße/ CO 12 / CO 2. Umleitung erfolgt über die B 4 und die B 289.

Nach Fertigstellung der Baustellenumfahrung an der CO12 zwischen Meschenbach und Untersiemau ist diese seit Freitag wieder für den Verkehr freigegeben. Ab Montag, 22.07.2019 beginnt der Bau des Kreisverkehrsplatzes. Dazu wird die Kreisstraße CO 28 zwischen der Hutstraße und der Bundesstraße B4 bis zum November 2019 vollständig gesperrt.

Die Ableitung des Verkehrs erfolgt aus Richtung Süden bereits an der B 289 und die Anschlussstelle Großheirath weiter über die Kreisstraße CO 12 in Richtung Untersiemau. Auch aus Fahrtrichtung Coburg wird über die B 289 umgeleitet. Die Umleitungen sind entsprechend gekennzeichnet.

Die Gemeinschaftsmaßnahme von Gemeinde und Landkreis wird unter Anwendung rationeller Bauweisen zügig abgewickelt. Gemeinde und Landratsamt bitten alle Betroffenen um Verständnis für die entstehenden Behinderungen.