Ein "Bild des Jammers, wenn man über die B 4 reinfährt", sei der Güterbahnhof, sagt Peter Kammerscheid. Das soll sich ändern, und nicht nur Kammerscheid ist davon überzeugt, dass seine Wählergemeinschaft Pro Coburg (WPC) da wichtige Anstöße gegeben hat. Schon im Kommunalwahlkampf hatte die WPC gefordert, das Gelände wenigstens teilweise zu räumen. Das geschehe jetzt, sagte Kammerscheid. "Die ersten Bagger rollen bereits." Die Abbrucharbeiten waren aber schon in Auftrag gegeben worden, bevor die WPC ihren Antrag stellte. Doch es gehe weiter, sagte Kammerscheid am Montagabend in der Mitgliederversammlung der WPC: "Es sind bereits Planer beauftragt, die werden sich in Kürze im Stadtrat vorstellen und Konzeptvorschläge bringen."

Zuschüsse sichern

Eine Arbeitsgruppe unter Federführung der Wohnbau soll Vorschläge erarbeiten, wie das Gelände umgestaltet werden kann. Die Wohnbau wurde damit beauftragt, weil sie als externer Partner Fördermittel erhalten kann. Würde die Stadt die Rahmenplanung selbst erstellen oder in Auftrag geben, so gäbe es keine Zuschüsse. Tageblatt-Informationen zufolge werden sich demnächst Büros im Stadtrat vorstellen, die eine Rahmenplanung für das Güterbahnhof-Areal erstellen wollen. Eine solche Rahmenplanung ist erforderlich, um auch künftig bei der Entwicklung des Geländes Fördermittel zu erhalten.

Dass sich das Güterbahnhofs areal bestens eigne als "Band der Wissenschaft, Technik und Design", hätten die Designtage im Mai gezeigt, stellte Kammerscheid fest. Diese Designtage, veranstaltet vom Coburger Designforum Oberfranken, hat die WPC auch unterstützt. Zum einen bei der Planung, zum anderen, indem die PWC ein Sponsoring organisierte.

Außerdem will die WPC erreichen, dass eine kurzfristige Nutzung des Güterbahnhofsgeländes ermöglicht wird. Die Stadtverwaltung habe eine Antwort auf den Antrag "im Lauf der Woche" angekündigt, sagte Kammerscheid.

Studenten ins BGS-Gelände

Doch der Güterbahnhof ist nicht die einzige Brache, die die WPC im Auge hat. Auch auf dem BGS-Gelände müsse sich etwas tun, forderte Kammerscheid. Das Gelände gehört noch der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima); die Stadt müsste es kaufen, um es zu entwickeln. "Es muss alles Notwendige unternommen werden, um diesen maroden Bereich einer Nutzung zuzuführen", sagte Kammerscheid. Gebraucht würde in Coburg bezahlbarer Wohnraum für Studenten und Familien, aber auch Flächen für Gewerbe und Kleinindustrie. Was innerstädtischen Wohnraum angehe, so zeigte Kammerscheid sich skeptisch: Viele Hausbesitzer würden sich mit der Vermietung der Läden im Erdgeschoss zufrieden geben, sagte er. Für Wohnungen müssten Rettungswege und Stellplätze nachgewiesen werden, viele müssten energetisch saniert werden, und die Rendite sei niedriger als bei Ladenmieten.

Die Stadt selbst verfüge nicht mehr über Liegenschaften, die sich als Wohnraum nutzen lassen - die stünden zum Verkauf oder seien schon veräußert.